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20 Jahre Einheit: Merkel sieht deutsche Demokratieverantwortung

Vor 20 Jahren brachte die Wiedervereinigung die Demokratie für Gesamtdeutschland. Angela Merkel sieht ihr Volk deshalb heute in der Pflicht, für die Freiheit in der ganzen Welt Verantwortung zu übernehmen. Da passt es nicht ins Bild, dass sich mehr als jeder zehnte "Wessi" die Mauer zurück wünscht.

Angela Merkel appelliert an die Verwantwortung der Deutschen für die Demokratie. Quelle: dpa
Angela Merkel appelliert an die Verwantwortung der Deutschen für die Demokratie. Quelle: dpa

HB BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht Deutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung in internationaler Verantwortung für Freiheit und Demokratie. Die Deutschen müssten international für das kämpfen, was ihnen selbst gelungen sei, sagte sie bei einem Festakt 20 Jahre nach der Unterzeichnung des Einigungsvertrages in Berlin. "Wenn wir darin erlahmen, werden wir auch in unserem Wohlstand und Erfolg erlahmen."

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Die Menschen in Ost und Westen stünden dabei vor einer gesamtdeutschen Aufgabe, sagte Merkel. "Der Einigungsvertrag sollte uns gutes Beispiel sein für weitere Verträge, die auf der Welt zu schließen sind."

Merkel räumte ein, es habe zu lange gedauert, bis an das Unrecht, das den Menschen in der DDR widerfahren sei, gedacht worden sei. Als Beispiele nannte sie die Rentenregelung und die Opferpensionen. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung sei aber "vieles wunderbar" im Land.

Die Arbeitsmarktzahlen lägen heute auf dem Niveau wie direkt nach der Vereinigung. Außerdem sei die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in den neuen Ländern deutlich gestiegen.

Jeder dritte Westdeutsche empfindet aber für sich durch die Einheit mehr Verlust als Gewinn. Elf Prozent hätten am liebsten die Mauer wieder, hat der "Sozialreport 2010" herausgefunden. 42 Prozent der Bürger im Osten stellen für sich einen Gewinn durch die Einheit fest, im Westen sind es 37 Prozent.Merkel lobte den Mut der Ostdeutschen bei der Wiedervereinigung.

"Der Mut war damals viel größer, als wir uns das heute vorstellen." Besonders hob sie die Bürgerrechtler und jene Menschen hervor, die aus der DDR geflüchtet waren. Damals habe "die Demokratie in einem unglaublichen Maße gesiegt".

Die aus der damaligen DDR stammende Merkel sagte, als Sprecherin der ersten frei gewählten DDR-Regierung unter Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU) habe sie viel über die innere Struktur der alten Bundesrepublik gelernt. Es sei damals "nicht nur ein Stück Einigungskunde" gewesen, "sondern auch ein Stück Geschichtskunde der alten Bundesrepublik".

  • 01.09.2010, 07:01 UhrAnonymer Benutzer: Verunsicherter Deutscher

    Vorab:
    Vielleicht sollte man sich in Sachen Demokratie erst einmal im eigenen Land für demokratiewürdige Verhältnisse einsetzen Frau bundeskanzlerin, bevor man sein Volk in der Pflicht sieht für die Freiheit und Demokratie in der ganzen Welt Verantwortung zu übernehmen.

    Verunsicherung:
    ist es eigentlich intolerant, wenn ein Volk in einem anderen Teil der Welt die hier angesprochene Vorstellung von Demokratie gänzlich ablehnt, das deutsche Volk sich jedoch auch dort für Demokratie einsetzen soll? Oder ist es prinzipiell ausgeschlossen, das ein Volk Demokratie ablehnt? Gibt es vielleicht weltweit tatsächlich Kulturen, denen Demokratie fern liegt, weil sie andere Normen und Werte haben? Wie dürfte ich Frau Merkels Aussagen in so einem Fall als Deutscher deuten? Auf der einen Seite Respekt vor fremden Kulturen und Toleranz für selbige, auf der andern Seite eine Art "demokratischer Missionierungsauftrag". Da fühlt man sich als Deutscher ganz schön verunsichert.

    Vielleicht wird manch einem langsam klar, dass es in gewissen teilen dieser Welt nur ein entweder oder gibt. in unserem Land wird diese Entscheidung hoffentlich immer zu Gunsten der Demokratie ausfallen.

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