20 Jahre Mauerfall
Wirtschaftsforscher mit Aufbau Ost zufrieden

20 Jahre nach dem Mauerfall hat der Osten Deutschlands nach dem Urteil von Wirtschaftsforschern kräftig aufgeholt. Die Riesensummen, die in den Osten geflossen seien, hätten sich auch bezahlt gemacht, so die Bilanz des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

HB BERLIN. DIW-Präsident Klaus Zimmermann sagte am Donnerstag in Berlin: „Bei der Produktivität und der Wettbewerbsfähigkeit hat es enorme Fortschritte gegeben“, die Infrastruktur sei erneuert worden. Nun müsse aber „nicht nur in Beton, sondern in Menschen“ investiert werden.

Der Volkswirtschaftsprofessor Karl-Heinz Paqué von der Universität Magdeburg sagte, nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft und einer Phase der Deindustrialisierung habe sich „enorm viel getan“. Auf dem Tiefpunkt 1992 habe Ostdeutschland nur drei Prozent zur gesamtdeutschen Wertschöpfung beigetragen, inzwischen seien es zehn Prozent. Heute erbringe jeder Erwerbstätige im Osten im Durchschnitt 78 Prozent der westdeutschen Wirtschaftsleistung.

Die noch bestehende Lücke könne nur geschlossen werden, indem mehr Forschung und Entwicklung in Ostdeutschland angesiedelt werde, sagte der frühere Finanzminister von Sachsen-Anhalt. „Der Osten hat noch nicht die Produktpalette, die der Westen hat.“ Das sei der entscheidende Nachteil, meinte Paqué.

Der stellvertretende Geschäftsführer des Ifo-Instituts Dresden, Joachim Ragnitz, nannte den Bevölkerungsschwund als „große Herausforderung“. Seit 1990 sei die Einwohnerzahl in den Ost-Ländern durch Abwanderung und weniger Geburten um zwei Mio. geschrumpft. Diese Entwicklung könne Wirtschaftsleistung und Produktivität dämpfen.

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