20 Prozent der 15-Jährigen gelten als Risikoschüler
Pisa-Studie belegt deutsches Mittelmaß

Deutschland droht ohne tief greifende Schulreform im internationalen Bildungswettbewerb weiter zurückzufallen. Schwache Schüler sollten besser gefördert werden. Jetzt liegen die deutschen Schüler knapp im Mittelfeld und konnten ihre Leistungen leicht verbessern.

HB BRÜSSEL/BERLIN. Spitzenplätze bei der Pisa-Untersuchung 2003 nahmen Hongkong, Finnland und Korea ein. Wichtiger als die Platzierung eines Landes in der internationalen Rangliste sei die jeweilige Entwicklung, sagte Bildungsexperte Andreas Schleicher von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei der offiziellen Vorstellung der Studie in Brüssel. Polen habe sich verglichen mit dem Jahr 2000 deutlich verbessert, Finnland seine Spitzenposition weiter ausgebaut. Deutschland verharre im Mittelfeld.

Die Länder mit gutem Ergebnis bieten nach Angaben von OECD- Fachmann Schleicher eine Förderung schwacher Schüler sowie Vorschulunterricht für viele Kinder an. Eine klare Vision dessen, was Schüler an Fähigkeiten brauchten, und höhere Verantwortung für die einzelnen Schulen trügen ebenfalls zu guten Ergebnissen bei. An der Studie hatten 250 000 Schüler aus 41 Ländern teilgenommen.

Die viel zu frühe Aufteilung der 10-Jährigen auf Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien führe „ins Elend“, sagte Marianne Demmer vom Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) meinte, die Vernachlässigung schwächerer Schüler sei ein Armutszeugnis.

Die Gewerkschafterin Demmer verlangte angesichts der mittelmäßigen Pisa-Ergebnisse einen schrittweisen Umbau des gegliederten deutschen Schulsystems. Um die „soziale Schieflage“ in Deutschland zu beseitigen, sollten sich die Kultusminister der Länder über ein längeres gemeinsames Lernen verständigen, wie dies in allen Pisa- Siegerstaaten üblich sei. Als Sofortmaßnahme forderte die GEW ein Sprachförderprogramm für Schüler aus einkommensschwachen Elternhäusern und für Migrantenkinder.

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