2009
Beck strebt nach SPD-Kanzlerkandidatur

SPD-Chef Kurt Beck hat seine Bereitschaft signalisiert, 2009 als Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) anzutreten.

dpa BERLIN. Bei der Kanzlerkandidatur habe „immer der Vorsitzende das erste Wort“, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident am Wochenende und fügte hinzu: „Ich weiß, was ich will.“

Seine Entscheidung werde er zum richtigen Zeitpunkt mitteilen. Parteiintern wird damit gerechnet, dass bereits auf dem SPD-Bundesparteitag Ende Oktober in Hamburg eine Vorentscheidung über die SPD-Spitzenkandidatur fällt.

Die SPD wolle bei der nächsten Bundestagswahl stärkste Partei werden und den Kanzler stellen, sagte Beck der „Bild am Sonntag“. „Dieses Ziel halte ich für erreichbar.“ Die gegenwärtig schwachen Umfragewerte für die SPD irritierten ihn nicht. Die Meinungsforscher hätten schon oft gewaltig daneben gelegen. Er vertraue seiner Partei. Dort habe er „absoluten Rückhalt“. Zu kritischen Medienberichten über seine Arbeit als SPD-Chef sagte er, manche würden sich noch wundern, „was der Beck alles aushält“.

„Ganz klar der SPD-Spielführer“ ist Beck auch für Vizekanzler Franz Müntefering. „Wir haben eine gute Zusammenarbeit entwickelt“, sagte der SPD-Arbeitsminister dem Nachrichtenmagazin „Focus“ und widersprach damit Berichten über offene Spannungen zwischen ihm und dem Parteichef. „Kurt Beck bewegt sich souverän auf dem komplizierten bundespolitischen Feld. Er kennt das vom Bundesrat her, aber jetzt ist die ganze Partei dazugekommen. Er hat schnell das Gesamtfeld von Politik in den Blick und in den Griff bekommen.“ Dass es in Einzelpunkten manchmal unterschiedliche Meinungen gebe, sei nicht schlimm, betonte Müntefering. „Eine Mannschaft muss die ganze Breite des Spielfeldes nutzen. Die Vorstöße müssen mal über links und mal über rechts laufen.“

Becks Vorschlag, die Zahl der stellvertretenden SPD-Chefs zu verringern, findet die Zustimmung wichtiger Landesvorsitzender. Niedersachsens SPD-Landeschef Garrelt Duin sagte dem „Focus“, er finde dies „total richtig“. Die Stellvertreter spielten im Moment „eine sehr untergeordnete Rolle“. Die SPD brauche „Leute mit Generalkompetenz - auch zur Entlastung des Vorsitzenden“. Die baden- württembergische SPD-Landesvorsitzende, Ute Vogt, die zur Zeit selbst SPD-Vize ist, erklärte: „Ich bin für zwei, maximal drei Stellvertreter. Dann hat jeder eine höhere Schlagkraft als einer unter fünf.“ Widerspruch kam aus Bayern: „Durch die jetzige Zahl wird die ganze Breite der Partei abgebildet“, meinte SPD-Landeschef Ludwig Stiegler. Der SPD-Bundesvorstand will im Mai über eine Verringerung der Vize-Posten entscheiden. Im Juni sollen dafür die Bewerber nominiert werden.

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