28-Stunden-Woche
Arbeitgeberpräsident fährt Tarifparteien in die Parade

Die Metall- und Elektroindustrie trifft mit ihren Ideen für neue Wege der Jobsicherung auf Widerspruch innerhalb des Arbeitgeberlagers. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt distanzierte sich offen von der Idee, die Einführung der 28-Stunden-Woche in krisengeschüttelten Betrieben durch Steuer- und Abgabenvorteile staatlich zu fördern.
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BERLIN. Es sei zwar "richtig, dass die Tarifpartner weiter Wege suchen, Beschäftigung zu sichern", sagte er dem Handelsblatt. "Ich bin allerdings überzeugt, dass die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten den Tarif- und Betriebspartnern genügend Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen, in weitestmöglichem Umfang Arbeitsplätze zu erhalten", betonte Hundt.

Stein des Anstoßes ist eine Initiative der IG Metall für zusätzliche Arbeitszeitverkürzungen, die auch der Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, unterstützt: Firmen mit wirtschaftlichen Problemen sollen demnach eine Option erhalten, die Wochenarbeitszeit - abweichend vom Flächentarif - von 35 auf 28 Stunden zu reduzieren. Parallel sollen dann auch die Lohnkosten um bis zu 20 Prozent sinken. Damit dies für die Arbeitnehmer verkraftbar bleibt, sollen sie einen steuer- und abgabenfreien "Teillohnausgleich" erhalten.

Würde die Politik dem Vorschlag folgen, hätten die Metaller auch bei einer 28- Stunden-Woche netto zumindest den Lohn für 29 oder 30 Stunden. Eine solche Regelung, beispielsweise befristet auf das Jahr 2010, könne sich "unterm Strich für alle Beteiligten rechnen", hatte Kannegiesser im Handelsblatt argumentiert. Auch SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil nahm den Vorschlag als "sehr interessante Idee" auf und regte weiterführende Gespräche darüber an.

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