30 Jahre „Deutscher Herbst“: Bundesregierung plant Gedenkfeier für RAF-Opfer

30 Jahre „Deutscher Herbst“
Bundesregierung plant Gedenkfeier für RAF-Opfer

Politiker aller Couler fordern inzwischen eine Gedenkfeier für die Opfer des RAF-Terrors - und rennen damit offene Türen ein: Bereits seit dem vergangenen Jahr plant die Bundesregierung eine entsprechende Veranstaltung, auf der an die Toten, Verletzten und Hinterbliebenen erinnert werden soll.

HB BERLIN. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) kündigte eine Gedenkfeier der Bundesregierung an. „Die Vorbereitungen dazu laufen bereits seit dem vergangenen Jahr“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. Als Termin nannte die SPD-Politikerin Mitte Oktober.

Dem Blatt zufolge plant die Generalbundesanwaltschaft im April eine Veranstaltung zur Erinnerung an den von der Rote Armee Fraktion ermordeten Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen ebenfalls erschossenen Begleiter. Spitzenverbände der Wirtschaft erwögen ebenfalls Feierstunden zu Ehren des früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer. Er war 1977 von der RAF entführt und nach einem wochenlangen Drama getötet worden.

Im „Deutschen Herbst“ 1977 versuchten RAF-Mitglieder, Mitstreiter aus dem Gefängnis zu befreien. In die Zeit fällt auch die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch die Volksfront zur Befreiung Palästinas, die die RAF unterstützt hatte. Auch Buback wurde damals ermordet.

Eine Sprecherin des Justiziministeriums sagte dem Berliner „Tagesspiegel“, die Gedenkveranstaltung solle der Erinnerung an alle Opfer der RAF gelten, nicht nur an Buback, der dem Justizministerium dienstlich unterstand. In welcher Form die Feierstunde stattfinden solle, stehe noch nicht fest.

Vertreter von CSU, Grünen und FDP befürworteten die Pläne. In der aktuellen Diskussion über die Freilassung von RAF-Verurteilten werde „zu viel über die Bedürfnisse der Terroristen gesprochen und zu wenig über die Gefühle der Angehörigen der Opfer“, sagte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) der Zeitung „Die Welt“. Eine Gedenkfeier dürfe daher „nicht als Resozialisierungsmaßnahme für verurteilte Mörder missverstanden werden. Sie muss dem Gedenken und der Trauer über die Opfern dienen und jeglicher Relativierung oder nostalgischer Verklärung des brutalen RAF-Terrors vorbeugen.“

Die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der „Bild“-Zeitung, sie hielte zur Erinnerung an die Morde an Schleyer, Buback und dem Bankier Jürgen Ponto eine Gedenkveranstaltung für richtig. Die RAF-Opfer dürften nicht in Vergessenheit geraten. Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Jerzy Montag, unterstützte die Idee. Sie solle der Aufarbeitung der damaligen Zeit dienen, erklärte er.

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