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31.08.2006 
Arbeitskosten in Deutschland

33 Euro Nebenkosten auf 100 Euro Lohn

Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Vergleich laut Statistischem Bundesamt deutlich verbessert. Die Arbeitskosten bewegen sich zwar weiter auf hohem Niveau, stiegen in den vergangenen Jahren aber weniger stark als in anderen Staaten. In einigen Nachbarländern zahlen Arbeitgeber deutlich mehr. Auch innerhalb Deutschlands gibt es große Unterschiede.

Arbeitskosten in Deutschland. Grafik: DestatisLupe

Arbeitskosten in Deutschland. Grafik: Destatis

HB BERLIN. Auf 100 Euro Bruttolohn und -gehalt müssen deutsche Arbeitgeber im Schnitt noch einmal 33 Euro Nebenkosten drauflegen. Diese Zahl nannte das Statistische Bundesamt aus der jüngsten Erhebung für das Jahr 2004. Damit sind die Lohnnebenkosten in etwa so hoch wie im Nachbarland Niederlande. Dort zahlen die Arbeitgeber 32 Euro. Polnische Arbeitgeber kommen immerhin auf 25 Euro.

In einem vorläufigen Vergleich rangiert Deutschland auf dem sechsten Platz. In Dänemark ist die Arbeit am teuersten, aber auch in den Beneluxländern und Frankreich zahlen die Firmen pro Arbeitsstunde mehr als in Deutschland.

Seit 2000 stiegen die Arbeitskosten insgesamt so wenig, dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit in der EU verbessert hat, wie Behördenchef Johann Hahlen in Berlin erklärte. Bei den deutschen Lohnnebenkosten machen nach Angaben des Bundesamts 20 Euro für die normalen Arbeitgeberpflichtbeiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung den größten Batzen aus. Hinzu kommen sechs Euro für die betriebliche Altersversorgung und knapp drei Euro für die Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Mutterschutz. Immerhin zwei Euro schlagen in der Statistik für Kosten des Personalabbaus zu Buche. Drei Euro werden für „sonstige Lohnnebenkosten“ angesetzt.

Tabelle  Grafiken: Arbeitskosten in im Vergleich

Insgesamt brachten deutsche Arbeitgeber 2004 im Durchschnitt je Arbeitsstunde im produzierenden Gewerbe und bei Dienstleistungen 28,18 Euro auf, im verarbeitenden Gewerbe 31,15 Euro. Diese Kosten seien seit 2000 jährlich um 2,0 Prozent gewachsen - in der EU vergleichsweise wenig, sagte Hahlen. Im europäischen Schnitt stiegen sie um 2,8 Prozent. Neue EU-Mitglieder wie Tschechien (plus elf Prozent), Ungarn (11,1 Prozent) oder Estland (10,4) hatten noch wesentlich höhere Steigerungsraten.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Weiter große Unterschiede zwischen Ost und West

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