34 Milliarden Euro
Deutschland senkt Schulden erheblich

Den Bad Banks sei Dank: Bund, Länder und Gemeinden konnten ihre Schulden im ersten Halbjahr deutlich senken. 34 Milliarden Euro wurden eingespart - ein Fortschritt im Vergleich zum Vorjahr.
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WiesbadenDie Schulden von Bund, Ländern und Gemeinden sind leicht gesunken. Zum Ende des ersten Halbjahres 2013 lagen sie mit 2,05 Billionen Euro um 1,6 Prozent (34,1 Milliarden Euro) unter dem Vorjahresstand, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Grund dafür sei vor allem, dass die zwei sogenannten Bad Banks – FMS Wertmanagement und Erste Abwicklungsanstalt (EAA) – die an sie ausgelagerten Papiere verkaufen und so ihre Bilanzsumme und den Schuldenstand senken konnten.

In die „Bad Banks“ haben Geldhäuser während der Finanzkrise mit Hilfe des Staates milliardenschwere Risikopapiere sowie nicht mehr benötigte Geschäftsfelder ausgelagert. Die verstaatlichte Bank HRE hatte mit Hilfe des Bundes ihre Bilanz bereinigt und ein riesiges Geschäftsvolumen an die FMS verschoben, die angeschlagene öffentlich-rechtliche WestLB ihre Schrottpapiere an die EAA. Dadurch stieg der Schuldenstand Deutschlands. Beide Abwicklungsbanken sollen über mehrere Jahre die Risikoposten schrittweise verkaufen.

Die Schuldenstandszahlen beziehen sich den Statistikern zufolge auf die Kern- und Extrahaushalte. Sie umfassen Kreditmarktschulden und Kassenkredite, aber nicht Schulden der kommunalen Zweckverbände und der Sozialversicherung. Sie sind damit nicht vergleichbar mit den endgültigen jährlichen Schuldenergebnissen.

Der Bund, der mit 1,29 Billionen Euro den Großteil der Schulden angehäuft hat, reduzierte seine Verbindlichkeiten um 1,4 Prozent (minus 17,8 Milliarden Euro). Während die Länder ihre Schulden in dem Zeitraum deutlich um 2,5 Prozent (minus 16,4 Milliarden Euro) auf 626,7 Milliarden Euro senken konnten, nahm die Verschuldung der Kommunen um 0,1 Prozent (plus 100 Millionen Euro) auf 133,2 Milliarden Euro zu. Diese dürften noch steigen, wenn die kommunalen Zweckverbände hinzugerechnet werden, sagte ein Statistiker.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 34 Milliarden Euro : Deutschland senkt Schulden erheblich"

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  • 'Nasirea' sagt
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    Mein lieber Herr Rechner...
    Eins wollen wir doch mal festhalten. Uns wird hier erzählt, dass sich irgendwelche Schulden gemindert hätten und das ist Unsinn. -----------------

    Auch wenn Sie's nicht begreifen - die Schulden der öffentlichen Hände haben sich tatsächlich um ersten Halbjahr um 34 Mrd verringert.

    Und zwar dadurch, daß die bundeseigenen Abwicklungsbanken aus Fälligkeiten und Verkauf von Schuldtitel 34 Milliarden Euro erlöst und zur Rückführung von Verbindlichkeiten verwendet haben.

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    'Nasirea' sagt
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    Seit vielen, vielen Jahren, fast bis zurück zum zweiten Weltkrieg gab es kein einziges Jahr indem die Schulden weniger gewesen wären als das Jahr zuvor.
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    Das mag sein. Aber daß das in X Jahren der Fall war ist kein Beweis dafür, daß es auch im ersten Halbjahr 2013 der Fall gewesen sein müßte.

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    'Nasirea' sagt
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    Schönen Abend Sie Klugsch*****
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    Schönen Abend Sie Dummf***

  • Mein lieber Herr Rechner...
    Eins wollen wir doch mal festhalten. Uns wird hier erzählt, dass sich irgendwelche Schulden gemindert hätten und das ist Unsinn. Seit vielen, vielen Jahren, fast bis zurück zum zweiten Weltkrieg gab es kein einziges Jahr indem die Schulden weniger gewesen wären als das Jahr zuvor. Nicht ein einziges. Ebenso ist es eine Tatsache, dass über den gleichen Zeitraum nicht ein einziges Jahr dabei war in dem die Steuereinnahmen weniger gewesen wären als im Jahr zuvor. Nicht einmal ein Jahr indem die Schulden gleich blieben oder die Steuereinnahmen gleich geblieben wären war dabei. Also andersherum: In den 43 Jahren seit dem ich lebe sind jedes Jahr die Schulden gewachsen und die Steuereinnahmen auch. Und hier waren auch viele Jahre dabei in denen uns die Regierung erzählt hatte es wäre ein "grossartiges" Jahr gewesen.

    Warum sollte ich mir also nicht verarscht vorkommen wenn hier von "erhebliche" Minderung von Schulden im Artikel geredet wird? Ich wundere mich viel eher über jeden der sich nicht verarscht vorkommt!

    Und da helfen Ihre ganzen finanzmathematischen Verschleierungstatktiken, indem sie mit Fachbegriffen der perversen Finanzwelt drauf hauen.

    Fakt ist: Mehr Schulden jedes Jahr. Mehr Steuereinnahmen jedes Jahr. Nix Minderung. Und erheblich schon mal gleich gar nicht.

    Schönen Abend Sie Klugsch*****

  • 'Rob Roy' faselt
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    "Aktiva der bundeseigenen Abwicklungsbanken"???

    Diese sog Bad Banks sind nur dazu da, den Kreditmüll bilanziell zu verstecken.
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    Blödsinn - hier wird überhaupt nichts "bilanziell versteckt".

    Alle Aktiva ("Kreditmüll") werden mit Rückstellungen zum fair value bilanziert.

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    'Rob Roy' faselt
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    Die Schulden sind alle noch da.
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    Unsinn - die sind im ersten Halbjahr 2013 mit dem Erlös aus Fälligkeiten und Verkäufen um 34 Milliarden reduziert worden.

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    'Rob Roy' faselt
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    In den Schlecht-Banken liegen Papiere, die zwar noch einen Nennwert haben, der aber beim Gegenpart nicht mehr erlöst werden kann.
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    Dass trifft nur für einen Teil der Papiere zu, die entsprechenden Rückstellungen bzw Wertberichtigungen sind bereits in den Vorjahren erfolgt.

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    'Rob Roy' faselt
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    In den Schlecht-Banken liegen Papiere, die zwar noch einen Da gabs sicher nur eine bilanzielle Wertberichtigung oder aber Papiere wurden zu einem Bruchteil ihres Nennwerts verkauft, was unterm Strich ein Verlustgeschäft ist.
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    Der Verlust wurde bereits in den Vorjahren verbucht, und durch Kapitalspritzen des Bundes von etwa 40 Milliarden ausgebügelt.

    Letztes Jahr sind die Bad-Banks mit einer schwarzen Null 'rausgekommen.

    Größere Verluste sind auch dieses Jahr aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung nicht zu erwarten.

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