5,048 Millionen: Arbeitslosenzahl steigt auch im Februar

5,048 Millionen
Arbeitslosenzahl steigt auch im Februar

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar auf 5,048 Millionen gestiegen. Das sind 36 000 mehr als im Januar, aber 240 000 weniger als im Februar vorigen Jahres.

HB NÜRNBERG. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 12,2 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Januar auf Februar fiel demnach etwas geringer aus als für die Jahreszeit üblich. Saisonbereinigt ging die Erwerbslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 5000 zurück.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise erklärte, die BA halte an ihrer optimistischen Grundeinschätzung fest. Seit Monaten gehe die Arbeitslosigkeit tendenziell zurück. Insbesondere die Entwicklung der Beschäftigung und der offenen Stellen bleibe positiv.

Damit hat die Zahl der Arbeitslosen jedoch zum zweiten Mal in Folge die psychologisch wichtige Fünf-Millionenmarke überstiegen. Anders als im Januar hatte Weise dies für diesen Monat allerdings vorausgesehen. Grundlage seinerr Einschätzung sei der strenge Winter, hieß es aus der Bundesagentur für Arbeit. Das schlechte Wetter könnte auch im März die Zahl weiter hoch halten, erklärte Weise außerdem. Im April rechnet Weise mit einer Abnahme auf "sicher wieder" unter fünf Millionen. Für den Jahresdurchschnitt prognostizierte der BA-Chef 4,7 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Im Januar war die Zahl der Erwerbslosen überraschend auf 5,012 Millionen hochgeschnellt, nachdem im November und Dezember 2005 die Daten ausgesprochen gut ausgefallen waren. Hintergrund dieser Entwicklung war der verspätete und dafür sehr harte Wintereinbruch sowie ein Vorzieheffekt aus einer Änderung bei der Arbeitslosengeldregelung. So hatten sich überdurchschnittlich viele ältere Menschen über 45 Jahre arbeitslos gemeldet, weil diese Altersgruppe ab Februar nur noch maximal 22 statt 32 Monate Arbeitslosengeld I bezieht.

Banken-Volkswirte bewerteten die Zahlen skeptisch. Von einer Trendwende könne aber noch nicht die Rede sein. „Der leichte Rückgang der saisonbereinigten Zahl ist wenig aussagekräftig“, sagte Jürgen Michels von der Citigroup. Zum einen habe sich das schlechte Wetter auf die Arbeitslosenzahl eher steigernd ausgewirkt. Zum anderen gebe es eine Gegenreaktion auf den starken Anstieg vom Januar, als wegen der Verkürzung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld mehr Ältere entlassen worden seien. „Wenn man das mit beachtet, sieht man, dass noch keine große Trendwende eingesetzt hat“, sagte Michels.

Alexander Koch von der Hypo-Vereinsbank sah den Aufwärtstrend bestätigt: „Insgesamt kann man sagen, dass sich der leichte Aufwärtstrend anscheinend fortsetzt. Er bleibt aber weit hinter dem Trend bei den Investitionen zurück.“

Nach Einschätzung des Chefvolkswirts von Sal. Oppenheim, Norbert Braems, schlägt die Konjunkturerholung noch nicht am Arbeitsmarkt durch. Diese werde voraussichtlich zur Mitte des Jahres sichtbar werden: „Einen großen Beschäftigungsanstieg erwarten wir aber nicht, eher eine Stabilisierung. Noch tätigen die Unternehmen eher Ersatz- als Erweiterungsinvestitionen.“

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