50 Jahre Bundeswehr
Festnahmen am Rande des Zapfenstreichs

Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr sind zu ihrem 50-jährigen Bestehen Soldaten an diesem Mittwochabend vor dem Reichstag in Berlin zu einem Großen Zapfenstreich aufmarschiert. Begleitet wurde die Militär-Zeremonie von Protesten hunderter Militärgegner. Fünf Personen wurden vorläufig festgenommen.

HB BERLIN. Der Ablauf des aus der deutschen Militärgeschichte stammenden großen Zapfenstreichs im Schein der von vielen Soldaten getragenen Fackeln verlief ohne Zwischenfälle, da das Gelände um den Bundestag weiträumig abgesperrt worden war. Ein Umzug von nach Polizeiangaben mehr als 1200 Bundeswehr-Gegnern hatte diese bis an die Grenze des Sperrgebietes um den Bundestag geführt. Die Polizei verhinderte, dass einzelne Kundgebungsteilnehmer zum Ort des Zapfenstreichs durchbrechen konnten. Dabei kam es zu Rangeleien, vereinzelt wurden auch Flaschen geworfen.

Die Militär-Gegner skandierten „haut ab, haut ab“ und hielten Transparente hoch mit Aufschriften wie „Zapfenstreich abpfeifen“. Größere Zwischenfälle habe es jedoch nicht gegeben, erklärten Polizei und ein Sprecher der „Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär“ übereinstimmend.

Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers mit knapp 1300 Beamten im Einsatz, die Bundeswehr habe 600 Militärpolizisten aufgeboten. Neben dem Protestumzug haben sich Militärgegner noch an drei weiteren Kundgebungen in Berlin beteiligt. Sie zählten nach Polizeiangaben jeweils rund hundert Teilnehmer.

Anwesend war neben Spitzenpolitikern wie Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner designierten Nachfolgerin Angela Merkel auch Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. Vor dem Zapfenstreich würdigte der Nato-Generalsekretär bei einem Empfang die Bundeswehr: „Diese Armee ist einer der Grundpfeiler der atlantischen Allianz und damit ein Grundpfeiler nicht nur für die Sicherheit Deutschlands, sondern für unser aller Sicherheit.“

Zuvor hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Bundeswehr zu ihrem 50-jährigen Bestehen als „Friedensarmee“ gewürdigt. „Die Bundeswehr ist ein Kind des Kalten Krieges gewesen“, sagte Lammert am Mittwoch in einer Feierstunde des Bundestages in Berlin. „Aber ohne die Bundeswehr wäre der Kalte Krieg sicherlich nicht überwunden worden“, fügte er hinzu. Lammert wies auf die Finanznot der Streitkräfte hin. Sie hätten ihre Aufträge immer unter Haushaltsnöten erfüllen müssen. Gastredner im Bundestag war Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer.

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