50 Jahre Mauerbau
"Am Ende ist die Freiheit unbesiegbar"

Bundespräsident Christian Wulff rief bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Mauerbaus zu mehr Offenheit auf. Zu den Rednern an der Bernauer Straße gehörten auch Angela Merkel und Klaus Wowereit.
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BerlinAm 50. Jahrestag des Mauerbaus hat Bundespräsident Christian Wulff dazu aufgerufen, weltweit für Demokratie und Menschenrechte einzutreten. „Die Erinnerung an das Unrecht der Mauer mahnt uns, diejenigen nicht allein zu lassen, die für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte kämpfen“, sagte das Staatsoberhaupt bei der zentralen Gedenkveranstaltung am Samstag in Berlin. „Und sie verlangt von uns, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.“  Wulff erinnerte an die Schicksale „zerrissener Familien, Partnerschaften und Freundschaften“ nach dem 13. August 1961, einem „verhängnisvollen Tag unserer deutschen Geschichte“. Er betonte: „Die Erinnerung an die Leben erstickende Mauer mahnt uns, die Offenheit unserer heutigen Welt und die Präsenz des Fremden in ihr auszuhalten, auch wenn es häufig anstrengend sein mag.“ Offenheit und die Bereitschaft einer Gesellschaft, sich zu verändern, würden am Ende belohnt. „All dies erfordert Mut.“

Wulff betonte, das Streben nach „mehr wirklicher Freiheit“ bedeute Entfaltungsmöglichkeiten für jeden. Die nach Deutschland gekommenen müssten besser integriert werden. „Mehr aus sich zu machen, muss tatsächlich allen möglich sein.“

Wulff gedachte der Toten an der Mauer und der innerdeutschen Grenze. „Aber einmal mehr hat sich gezeigt: Am Ende ist die Freiheit unbesiegbar“, betonte er. Der Bundespräsident kritisierte aber auch, dass sich vor der Wende viele mit Teilung und Mauer abgefunden hätten. Beschämend sei vor allem die um sich greifende Gleichgültigkeit in Westdeutschland gewesen. Unrecht von links habe weniger empört als Unrecht von rechts. Bis heute sei vielen der verbrecherische Charakter der DDR-Macht nicht bewusst. „Es wird verklärt und verharmlost, nicht nur im Osten, nicht nur von Tätern.“ 

Zu dem zentralen Gedenken in der Berliner Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße kam auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie stand nicht auf der Rednerliste. Merkel bezeichnete das Unrecht des Mauerbaus vor 50 Jahren als weltweite Mahnung, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. „Wir dürfen den 13. August 1961 und das Leid, das er über Millionen von Menschen gebracht hat, nie vergessen. Das Unrecht des Mauerbaus mahnt uns bis heute, bei uns zu Hause und weltweit für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte einzutreten“, sagte Merkel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. 

Der Mauerfall 28 Jahre später sei für sie persönlich ein Erlebnis gewesen, das sie immer leiten werde. Merkel: „Dieses Erlebnis hat meinem und Millionen von Leben eine Wendung zum Guten gegeben. Es wird mich immer leiten.“ 

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dankte den DDR-Bürgerrechtlern und osteuropäischen Freiheitsbewegungen. „Sie haben den Weg zur Überwindung der Teilung geebnet.“ Besonders dankte er dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. Die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen, betonte der SPD-Politiker. Der 13. August 1961 sei der traurigste Tag in der jüngeren Geschichte der Stadt gewesen. 

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  • Wie andere den Mauerbau sehehn

    http://www.economist.com/node/21525972


    The anniversary of the Berlin Wall’s construction
    Better than a war

  • @ margrit117888,

    wechsele doch deine Staatsangehörigkeit wenn Du Dir als Deutscher geohrfeigt fühlst.
    Bei so viele Migranten würde es kaum ein Unterschied machen.

  • Kann dieser durch und durch bekloppte Wulff eigentlich keine Rede mehr halten in welcher er nicht auch seine Migranten nennt? An so einem Gedenktag schwafelt er wieder von Integration.
    So langs am wird es frech, so einen Budnespräsidenten braucht kein Land
    Was haben die mit dem Mauerbau zu tun? Und was hat die Integration mit dem Mauerbau zu tun?
    Dieser Mann ist einfach nur ekelhaft und für dieses hohe Amt absolut nicht geeigent.
    Als BuPrä wäre es seine Aufgabe gewesen die Bürgerrechtler hervor zu heben, die den Fall der Mauer möglich gemacht haben.
    Stattdessen kritisierte er die Gleichgültigkeit im Westen. Hätten die Westbürger die Mauer niederreißen sollen? Oder was meint dieser Typ? Was ist denn dieser Satz für ein Unsinn?
    Also ich fasse es nicht, was diesr Dummschwätzer auch sagt, es ist alles Mist.
    Man fühlt ich jedes Mal geohrfeigt als Deutscher, wenn der seinen Mund aufmacht

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