50 Jahre nach der Gründung
Bundeswehr so unumstritten wie selten

Als Parlamentsarmee und Armee im Auslandseinsatz hat die Bundeswehr mittlerweile Vertrauen und Anerkennung erlangt. Die Armee ist 50 Jahre nach ihrer Gründung so unumstritten wie selten zuvor.

HB BERLIN. Proteste gegen öffentliche Gelöbnisse oder „Mörder“-Rufe wie noch bei Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen gibt es kaum noch. Interne Schwierigkeiten ranken sich vor allem um Versetzungen, Beförderungen und Ausstattung. Misshandlungen wie von Rekruten in Coesfeld im vorigen Jahr oder rechtsradikale Auswüchse sind Einzelfälle.

Eines der größten Probleme heute ist die Geldnot. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) sagt, angesichts der Kassenlage sei es ein frommer Wunsch, den Etat aufzustocken. Aber alle wichtigen Rüstungsprojekte könnten angeschafft und die Soldaten im Auslandseinsatz hervorragend geschützt werden. Soldaten im Inland schimpfen aber, dass sie nicht entsprechend mit gutem Gerät und Material ausgestattet würden. Und die Union sieht den Heimatschutz auch personell sträflich vernachlässigt.

Der Wiederbewaffnung Deutschlands ging 1955 eine heftige innenpolitische Auseinandersetzung voraus. Nach den traumatischen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg stieß der Gedanke der Wiederaufrüstung in der Bevölkerung weitgehend auf Ablehnung. Auslandseinsätze waren damals und noch Jahrzehnte später undenkbar. Doch in den vergangenen zehn Jahren gab es für die deutschen Streitkräfte mehrfach ein „erstes Mal“.

1995 wurden für den Bosnien-Einsatz erstmals Bundeswehrsoldaten unter Kriegsbedingungen in eine Krisenregion außerhalb des NATO- Gebiets geschickt. Im Kosovo nahm die Bundeswehr 1999 mit den NATO- Luftangriffen zum ersten Mal nach 1945 an einem Krieg teil - problematischer Weise an einem politisch-humanitär zu rechtfertigenden, aber völkerrechtlich umstrittenen Angriff. Nach den Terroranschlägen auf die USA schickte Deutschland Soldaten nach Afghanistan. Mit dem Kommando Spezialkräfte stand die Bundeswehr erstmals vor einem Kampfeinsatz außerhalb Europas. Im Januar 2001 konnten erstmals Frauen die Grundausbildung an der Waffe machen.

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