60 Prozent aller Parteimitglieder sind Rentner
Die PDS schrumpft

In den Umfragen legt die PDS dank Hartz IV deutlich zu, ihre Mitgliederzahlen nehmen aber ab. Im vergangenen Jahr verloren die Post-Kommunisten sieben Prozent ihrer Mitglieder. Ein Grund neben dem hohen Durchschnittsalter waren auch Streitereien in der Partei.

HB BERLIN. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Mitglieder um 5 050 auf 65 753 zurück. Das ist ein Rückgang von sieben Prozent. Die PDS bestätigte einen entsprechenden Bericht des Berliner „Tagesspiegels“.

Im Sommer vergangenen Jahres war Lothar Bisky zum neuen PDS-Vorsitzenden gewählt worden. Nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl 2002 war die Partei in die schwerste Krise ihrer Geschichte geraten.

In Westdeutschland kann die PDS auch weiterhin nicht Fuß fassen: Erstmals gingen dort die Mitgliederzahlen nach dem bisherigen langsamen Anstieg wieder zurück. 4 378 Genossen hatte die PDS Ende 2003 im Westen, 330 weniger als im Jahr zuvor.

In den ostdeutschen Ländern und Berlin sank die Mitgliederzahl um rund 4 700 auf 62 200. 184 Mitglieder sind direkt beim Parteivorstand registriert. Die Rentner stellen mit einem Anteil von über 60 Prozent das Gros der Mitglieder, nach aktuellen Zahlen sind nicht einmal vier Prozent der PDS-Mitglieder jünger als 30 Jahre.

PDS-Sprecher Hendrik Thalheim sagte, der Streit um die Parteiführung sowie das neue Programm von 2003 seien neben dem hohen Durchschnittsalter ein Grund für den Rückgang gewesen. Der Rückgang liege aber „im normalen Rahmen“ der vergangenen Jahre. „Das hat mit Entwicklungen zu tun, die notwendig sind für die Partei.“ Thalheim sagte, er rechne auch nicht damit, dass die Protestwelle gegen Hartz IV neue Mitglieder bringe. „Die Demonstranten haben andere Sorgen.“

Die Mitgliederzahlen der PDS sind seit Jahren rückläufig. 1992 lag sie noch bei knapp 147 000. Stärkster Landesverband bleibt Sachsen mit 16 000 gefolgt von Brandenburg mit 11 000 und Berlin mit 10 000.

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