600 Kilometer auf der Straße
Castor-Transport bei Dresden gestartet

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen ist am Montag ein Castor-Transport mit abgebrannten Brennelementen im früheren Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden ins westfälische Atommüll-Zwischenlager Ahaus gestartet.

HB DRESDEN. Auf Lastwagen gingen zunächst sechs der insgesamt 18 Atommüll-Behälter auf die 600 Kilometer lange Reise. Zwei weitere Transporte sind geplant. Ein Sprecher der Dresdner Polizei sprach von einem "außergewöhnlichen Einsatz". Es sei das erste Mal, dass Castor-Behälter über eine so lange Strecke auf der Straße bewegt würden. Aus Sicherheitsgründen seien sämtliche Autobahnbrücken entlang der Strecke gesperrt. Man wolle vermeiden, dass Atomkraftgegner Gegenstände auf die Behälter werfen und somit den Transport gefährden.

Nach Angaben der Thüringer Polizei werden die Behälter zunächst auf der Autobahn 4 durch den Freistaat rollen. Über die weitere Route gibt es keine offiziellen Angaben, allerdings ist eine Weiterfahrt über Kassel, Unna, Kamen und Bottrop wahrscheinlich. Die Fracht wird in der Nacht zum Dienstag in Ahaus erwartet. Tausende Polizisten in mehreren Bundesländern sind in Bereitschaft.

65 Bürgerinitiativen hatten bundesweit zu Protesten aufgerufen. Am Montagmorgen blockierten zunächst etwa 50 Aktivisten einer Dresdner Bürgerinitiative das Tor des Ex-Forschungszentrums. Die Polizei konnte aber die Abzweigung auf die Bundesstraße 6 frei halten. Das sächsische Umweltministerium wies darauf hin, dass die Strahlenbelastung sehr gering sei. Sie liege bei 0,35 Mikrosievert pro Stunde. In einem Flugzeug in 10 000 Metern sei die Belastung bei 3,3 Mikrosievert.

Nordrhein-Westfalen hatte lange Zeit versucht, den Straßentransport zu verhindern. Aus Sicherheitsgründen und aus Sorge vor einem Verkehrschaos wollte die Landesregierung in Düsseldorf erreichen, dass die Behälter mit der Eisenbahn transportiert werden. Der Versuch, die Straßen-Genehmigung juristisch anzufechten, scheiterte jedoch. Der Freistaat Sachsen hat die Lagerflächen in Ahaus seit Mitte der 90-er Jahre angemietet.

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