70 Millionen Euro
Bund stärkt ostdeutsche „Forschungs-Leuchttürme“

Die Bundesregierung stärkt die Spitzenforschung in Ostdeutschland. Sechs "Zentren für Innovationskompetenz" (ZIK) werden mit weiteren 70 Mio. Euro bis 2016 gefördert, wie Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Freitag in Berlin ankündigte. Damit stehen nach dieser zweiten Förderrunde für insgesamt 14 "Forschungs-Leuchttürme" 220 Mio. Euro zur Verfügung.
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HB BERLIN. Das Programm wurde 2002 gestartet. Das Forschungsministerium unterstützt die Zentren mit jeweils bis zu zwei weiteren Nachwuchsforschungsgruppen mit je fünf Personen. Darüber hinaus wird ihnen die entsprechende Ausstattung zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, in den neuen Ländern Spitzenforschung aufzubauen, die international ausstrahlt und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland anzieht.

Den Zuschlag für weitere Unterstützung erhielten Einrichtungen in Greifswald, Rostock, Dresden, Leipzig, Jena und Ilmenau. Sie hatten eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Klaus von Dohnanyi mit ihrer Bewerbung überzeugt. Angesiedelt sind sie zum Teil an Hochschulen, zum Teil an außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Sie starteten 2005 mit jeweils zwei vom Forschungsministerium finanzierten Nachwuchsgruppen.

"Diese Zentren für Innovationskompetenz sind ein Erfolgsmodell", sagte Schavan. Sie seien Vorbild für andere Initiativen. "20 Jahre nach dem Mauerfall zeigen wir in dieser Legislaturperiode erneut, dass die Förderung von Spitzenforschung in den neuen Ländern weiter Priorität hat", betonte die CDU-Politikerin. Die alten Länder würden diese Förderung ohne "Naserümpfen" akzeptieren, fügte sie hinzu.

Bund bietet Ländern Bachelor-Qualitätspakt an

Um bei der Reform der umstrittenen Bachelor- und Master-Studiengänge voranzukommen, will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Ländern nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa beim Bildungsgipfel in der kommenden Woche einen Qualitätspakt für die Studiengänge vorschlagen. Die Qualität der Lehre wie auch die Betreuung der Studierenden müsse deutlich verbessert werden, heißt es in einem Eckpunktepapier der Regierung zur Vorbereitung des zweiten Bildungsgipfels von Kanzlerin und Ministerpräsidenten am kommenden Mittwoch in Berlin. Ebenso müsse die Mobilität der Studierenden bei einem Wechsel von einer Hochschule zur anderen sichergestellt werden.

Die Kultusminister der Länder hatten am Donnerstagabend in Bonn eine radikale Reform des Bachelor-Studiums beschlossen und wollen die von den Studenten beklagte Stofffülle und auch die Zahl der Prüfungen künftig deutlich begrenzen. Die Hochschulrektoren hatten aber zugleich an die Ministerpräsidenten und an die Kanzlerin appelliert, die Hochschulen für die Betreuung der Studierenden künftig erheblich besser auszustatten.

Höher BAföG- Fördersätze im Gespräch

In ihrem Eckpunktepapier für den Bildungsgipfel schlägt die Bundesregierung den Ländern zugleich eine Erhöhung der BAföG- Fördersätze um zwei Prozent vor. Die Elternfreibeträge für die studentische Ausbildungsförderungen sollen um drei Prozent steigen. Zudem soll es Verbesserungen für Studierende mit Kindern geben. Diese Vorschläge werden allerdings von einer Mehrzahl der Länder nach den internen Vorbesprechungen als unzureichend betrachtet.

Kanzlerin und Ministerpräsidenten waren beim ersten Bildungsgipfel im Oktober 2008 in Dresden übereingekommen, die Ausgaben Deutschlands für Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu erhöhen.

Damals war von einer Erhöhung der Bildungs- und Forschungsausgaben von bis zu 60 Mrd. Euro pro Jahr die Rede. In ihrem Eckpunktepapier beziffert die Bundesregierung den Fehlbedarf jetzt nur noch mit 15 Mrd. Euro. Das BIP ist inzwischen infolge der Wirtschaftskrise merklich zurückgegangen. Auch haben die Finanzminister von Ländern und Bund neue Berechnungskriterien bei den Ausgaben für Bildung und Forschung eingeführt.

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