75-Jährig
Ex-Bundespräsident Rau gestorben

Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau ist tot. Der SPD-Politiker aus Wuppertal, der lange Jahre Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen war, starb am Freitagmorgen. Er war seit längerem schwer krank.

HB BERLIN. Wie sein Büro mitteilte, starb der 75-Jährige gegen 8.30 Uhr in seiner Wohnung in Berlin im Kreise seiner Familie. Rau hatte nach dem Ausscheiden aus dem Amt am 1. Juli 2004 drei schwere Operationen über sich ergehen lassen müssen, von deren Folgen er sich nicht mehr richtig erholte.

Aus gesundheitlichen Gründen hatte Rau bereits am 16. Januar 2006 an einem Empfang des Bundespräsidenten zu seinem 75. Geburstag in Berlin nicht teilnehmen können. Rau hinterlässt seine 1956 geborene Ehefrau Christina, die er 1982 geheiratet hatte, und drei Kinder. Raus Nachfolger Horst Köhler, der im Bundestag bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus war, wurde sofort benachrichtigt und fuhr zur Familie.

Rau war fast 50 Jahre lang politisch aktiv, davon 20 Jahre als Ministerpräsident in Nordrhein-Westalen. 1999 wurde Rau der achte Bundespräsident. Er profilierte sich als politischer Präsident. Nachdrücklich setzte er sich für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ein. Als Richtlinie für seine Amtszeit nannte er: „Ich will der Bundespräsident aller Deutschen sein und der Ansprechpartner für alle Menschen, die ohne einen deutschen Pass bei uns leben und arbeiten.“

In seiner Heimat löste die Nachricht von Raus Tod Trauer und Betroffenheit aus. Der stellvertretende Ministerpräsident Andreas Pinkwart (FDP) würdigte den langjährigen Regierungschef als „Mann des Ausgleichs“. Rau habe „wie kein anderer Politiker der letzten Jahrzehnte die Politik des Landes Nordrhein-Westfalen bestimmt und sich in den Herzen der Menschen verankert“, sagte Pinkwart in Düsseldorf. „Er vermittelte sich nicht über die Medien, sondern im Gespräch mit Menschen. Bis zuletzt hat er sich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt.“

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble würdigte Rau als vorbildlichen Versöhner. Er habe sein Motto „Versöhnen statt spalten“ in unvergleichlicher Weise vorgelebt, sagte Schäuble in Berlin. Der frühere Bundespräsident sei ein Mensch mit einem ungewöhnlichen Sensorium für menschliches Leid gewesen. Schäuble nannte Raus Tod einen großen Verlust, der nicht nur in Deutschland gespürt werde, sondern weit darüber hinaus. Schäuble sagte, Raus Tod würde ihn auch persönlich besonders treffen.

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