78 Prozent gegen Abschaffung der Pendlerpauschale
Mehrheit sieht Kirchhof-Modell skeptisch

Eine repräsentative Umfrage ergab: Nur knapp ein Drittel der Bundesbürger hält das Steuermodell des Unions-Finanzexperten Paul Kirchhof für gerecht. Kritik an Kirchhof äußerte auch FDP-Finanzexperte Hermann-Otto Solms.

HB HAMBURG. Nur knapp ein Drittel der Bundesbürger hält das Steuermodell des Unions-Finanzexperten Paul Kirchhof (parteilos) für gerecht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Auch sonst stehen die Wähler demnach den Thesen Kirchhofs skeptisch gegenüber, der als Finanzminister in einem Kabinett von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) gehandelt wird. Zudem ist die Mehrheit gegen die von Kirchhof propagierte Beschneidung von Steuervergünstigungen.

Jeweils 78 Prozent sprachen sich gegen die Abschaffung der Pendlerpauschale und gegen die Streichung von Freibeträgen bei den Zuschlägen für Sonntags- und Nachtarbeit aus. Einen Abbau der Eigenheimzulage können sich 39 Prozent vorstellen. Dass Merkel mit der Berufung des ehemaligen Verfassungsrichters Kirchhof in ihr Wahlkampfteam eine gute Entscheidung getroffen hat, glaubt nur knapp die Hälfte der Befragten. Auch der Steuerexperte selbst hat in den vergangenen Wochen an Zustimmung verloren. Im August hatten noch 48 Prozent der Befragten einen Finanzminister Kirchhof befürwortet ­ jetzt sind es nur noch 41 Prozent.

FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms hat dem Paul Kirchhof vorgeworfen, die Wähler verunsichert zu haben. Die seiner Meinung nach unklaren Aussagen Kirchhofs zu Streichlisten und Steuertarif hätten bei den Wählern viel Verunsicherung ausgelöst. "Das bedauere ich. Im Wahlkampf muss man präzise sagen, was man den Wählern zumuten will beziehungsweise wie man die Politik gestalten will", sagte Solms am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

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