88-jährig
Osthandelspionier Otto Wolff von Amerongen gestorben

Otto Wolff von Amerongen, der „Wegbereiter des Osthandels“ der bundesdeutschen Wirtschaft, ist am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben. Sein Engagement, das mit dem eines Ministers verglichen wurde, brachte ihm Anerkennung selbst im Kreml ein.

HB KÖLN. Die Industrie- und Handelskammer von Köln, der Heimatstadt Wolff von Amerongens, bestätigte den Tod des Handelspioniers. Er wurde 88 Jahre alt. Wo und woran er starb, wollte die Familie zunächst nicht mitteilen.

Otto Wolff von Amerongen hatte 1955 die Leitung des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft übernommen, einer Interessenvertretung der Wirtschafts-Spitzenverbände. 45 Jahre lang stand er an der Spitze der Organisation. Amerongen wurde 1969 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) und blieb es nahezu 20 Jahre lang.

Als DIHT-Präsident festigte er seine Position als Vorreiter im Osthandel und wurde geschätzter Gesprächspartner zwischen Moskau, Peking und Washington. In der Presse wurde Wolff von Amerongen gern als „heimlicher Osthandelsminister“ betitelt, da er in den schwierigen Zeiten des Kalten Krieges Beziehungen zu den Regierungen des Ostblocks aufbaute. Ein Schwerpunkt des Industriellen galt den deutsch-russischen Beziehungen. Beim früheren Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow brachte ihm dies gar die Bezeichnung „ältester Pionier der Arbeitsbrigade Deutschland/Sowjetunion“ ein.

Als Amerongens Meisterstück galt das Erdgas-Röhren-Geschäft: Mannesmann lieferte ab 1970 Rohre an die Sowjetunion, die damit eine Pipeline nach Westeuropa baute. Finanziert wurde die Lieferung durch einen langfristigen Kredit der Deutschen Bank. Die Sowjetunion bezahlte mit Erdgaslieferungen an die Ruhrgas AG.

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