Ab 1. August
Gesetz schützt gegen Internet-Abofallen

Versehentlich abgeschlossene Kaufverträge im Netz? Das war einmal. Zumindest, wenn es nach Verbraucherministerin Ilse Aigner geht. Denn ab Montag soll ein Gesetz Internetnutzer vor der digitalen Abzocke schützen.
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BerlinVerbraucher sind ab dem kommenden Mittwoch besser vor Kostenfallen im Internet geschützt. Am 1. August tritt das Gesetz zur sogenannten „Button-Lösung“ in Kraft, das Online-Einkäufe sicherer machen soll. Unübersehbar müssen Anbieter ihre Kunden fortan vor Abschluss eines Internetgeschäfts über den Gesamtpreis informieren. Per Klick auf eine deutlich gekennzeichnete Schaltfläche muss der Kunde dann bestätigen, dass er weiß, dass seinen Bestellung Geld kostet. Nur wenn ein solcher „Warnknopf“ gedrückt wurde, kommt ein rechtsverbindlicher Kaufvertrag zustande.

„Ich bin sicher, dass wir mit dieser Neuregelung vielen Betrügern im Internet das Handwerk legen können“, erklärte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Freitag. Mit der Umsetzung des Gesetzes zum 1. August nehme die Bundesrepublik eine Vorreiterrolle in Europa ein. Eine EU-weite Richtlinie für besseren Verbraucherschutz soll demnach erst bis Ende 2013 kommen.

Bisher hatten unseriöse Internetunternehmen ein relativ leichtes Spiel: Mit Gratis-Angeboten lockten sie ihre Kunden auf ihre Webseite. Um die vermeintlich kostenlosen Dienste zu nutzen, musste der Verbraucher aber seine persönlichen Daten angeben. Am Ende bekam er für seine Gutgläubigkeit die Rechnung: Per E-Mail oder Post verlangten die Anbieter zum Teil immense Summen für den angeblich abgeschlossenen Kaufvertrag oder das angebliche Abonnement.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ab 1. August: Gesetz schützt gegen Internet-Abofallen"

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  • Er weiß, denn das ist schon gesetzlich geregelt. Das Neue ist eine "Verschlimmbesserung" statt erstmal bestehendes Recht anzuwenden. Da die Lösung nicht korrekt umgesetzt werden kann, weil nicht exakt formuliert wird es vor allem die anständigen und ehrlichen Betreiber von Onlineshops stören, denn die werden abgemahnt und ausgenommen. Ausserdem werden sich wieder unzählige Gerichte damit befassen müssen bis vielelicht irgendwann mal so etwas wie ein Ansatz von Rechtssicherheit entsteht....das Gleiche wie immer und es nervt!

  • ...........Jeder Verbraucher weiss, wenn er in einem Onlineshop etwas bestellt muss er auch bezahlen.....

    Nun weiss er auch exakt wie viel. Anständige Betreiber wird das nicht stören.

  • Ganz Toll...BRAVO...Nichts verstanden, aber eine Vorreiterrolle einnehmen! Das ganze ist nur mal wieder eine unsinnige Beschäftigungsmassnahme für seriöse Shopbetreiber, die so "löchrig" ist, dass Sie für Abmahner ein wahres Freundenfest wird. Jeder Verbraucher weiss, wenn er in einem Onlineshop etwas bestellt muss er auch bezahlen. Die wenigen Betrüger die es gibt hätte man auch als solche betrachten und bestrafen sollen. Das wäre die einfachere und bessere Lösung gewesen.

    Leute denkt nach bevor ihr Gesetze macht!

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