Ab 2009
Ärztehonorare steigen um mindestens zehn Prozent

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen haben sich auf eine neue Gebührenordnung für die rund 120 000 Kassenärzte geeinigt. Danach sollen die ärztlichen Leistungen in Zukunft im Schnitt um rund 10 Prozent besser bewertet werden als heute.

BERLIN. Ein Durchschnittsarzt, der 51 Stunden in der Woche arbeitet, kann mit einer Erhöhung seines Jahreseinkommens von 95 553 auf 105 572 Euro rechnen. Die Verbesserungen werden allerdings erst 2009 voll wirksam, da im nächsten Jahr noch letztmals ein gesetzlich vorgeschriebenes Honorarbudget die Ausgaben der Kassen begrenzt.

Allein die Neubewertung kostet die Kassen rein rechnerisch rund 2,4 Mrd. Euro pro Jahr. „Die tatsächliche Belastung kann 2009 aber noch deutlich höher ausfallen“, sagte KBV-Chef Andreas Köhler. Der Grund: Der neue einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM), wie die Gebührenordnung im Fachchinesisch heißt, ist nur der erste Schritt der Honorarreform, zu der die Politik die Krankenkassen mit der Gesundheitsreform verpflichtet hat.

Zwei weitere sollen im nächsten Jahr folgen: Dann müssen sich Kassen und KBV erstens darauf verständigen, wie viel Euro und Cent die Punkte denn wert sein sollen, die der EBM jeder einzelnen Leistung zuordnet. Neben diesem Orientierungswert müssen sich beide Seiten verständigen, ob es weitere Zu- oder Abschläge geben muss, weil sich der Behandlungsbedarf der Versicherten etwa wegen der Demografie verändert hat.

Derzeit liegt der Punktwert bei 3,72 Cent. Multipliziert mit der jetzt beschlossenen durchschnittlich rund 10 Prozent höheren Punktzahl für die einzelne ärztliche Leistung ergibt sich daraus die Zusatzbelastung der Kassen von 2,4 Mrd. Euro. Würde der Punktwert für 2009 nur um einen Cent erhöht, hätte dies Mehrkosten für die Kassen von weiteren rund 600 Mill. Euro zur Folge.

Die Kassen sind gleichwohl mit dem jetzt erzielten Kompromiss zufrieden. Denn ursprünglich hatte die KBV Höherbewertungen der Arztleistungen um 36 Prozent gefordert. Nur der Vermittlung des Chefs des erweiterten Bewertungsausschusses, Jürgen Wasem, ist es zu verdanken, dass es bei dieser auch von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) als weit überzogen kritisierten Ausgangsforderung überhaupt zu einer Einigung gekommen ist. Beide Seiten bescheinigten dem Lehrstuhlinhaber für Medizinmanagement an der Universität Duisburg-Essen gestern gute Arbeit geleistet zu haben.

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