Abbrecher
Kein Bock auf Schule!

Nirgendwo sonst verlassen so viele Menschen die Schule ohne wenigstens einen Hauptschulabschluss wie im ländlichen Südwesten von Mecklenburg-Vorpommern. Der Grund dafür ist einfach – doch nicht leicht zu ändern.
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KölnIn dem kleinen Ort Lübz in Mecklenburg-Vorpommern, südöstlich von Schwerin, gibt es eine Schule, deren Schüler nur an zwei Tagen pro Woche Unterricht haben. Die restlichen drei Tage gehen sie arbeiten: als Lackierer oder Schlosser, als Helfer in Pflegeeinrichtungen oder im Baumarkt. Nach zwei bis vier Jahren verlassen die Jugendlichen die Schule, fast alle mit einem Hauptschulabschluss in der Tasche. Dass sie den noch schaffen würden, daran hatte vorher oft schon lange niemand mehr geglaubt. Denn auf die Regionale Schule Lübz gehen Jugendliche, die als „schulabschlussgefährdet“ gelten.

Davon gibt es in Mecklenburg-Vorpommern viele. In keinem anderen Bundesland verlassen so viele Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss. Ganz besonders in den ländlichen Regionen im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns hatten zeitweise bis zu 16 Prozent der Schulabgänger keine Berufsreife, wie der Hauptschulabschluss dort heißt. Das geht aus dem Prognos Zukunftsatlas 2013 hervor. Mittlerweile hat das statistische Bundesamt neuere, anders berechnete Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass es bergauf geht. Mecklenburg-Vorpommern konnte die landesweite Quote von 14 auf zehn Prozent senken und kommt dem Bundesdurchschnitt von etwa sechs Prozent damit näher – immerhin. Dennoch: „Insgesamt ist die Quote der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss zu hoch“, sagt Mathias Brodkorb Handelsblatt Online, der Bildungsminister des Landes.

Deshalb haben sich Bund und Länder vor fünf Jahren vorgenommen, die Zahl der bundesweiten Schulabgänger ohne Abschluss zu halbieren: Von damals acht auf vier Prozent bis 2015. Diesem Ziel nähert sich Deutschland nur langsam, auch in Mecklenburg-Vorpommern wünscht man sich, die Quoten würden schneller schrumpfen.

Dass ausgerechnet dort so viele Schüler keinen Hauptschulabschluss haben, dafür gebe es zwei zentrale Gründe, sagt Minister Brodkorb. Zum einen seien die Kriterien für den Abschluss in jedem Land anders. „Unsere Quoten sind auch deshalb schlechter, weil es in Mecklenburg-Vorpommern im Unterschied zu anderen Ländern nicht möglich ist, mit einer Sechs auf dem Zeugnis die Berufsreife zu erwerben“, so Brodkorb. Das noch größere Problem aber sei der Förderschulsektor. Der ist in Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise groß. Und an den allerwenigsten Förderschulen können die Schüler die Berufsreife überhaupt ablegen. „Verschiedene Bildungsvergleiche zwischen den Ländern zeigen, dass unsere Schülerinnen und Schüler nicht leistungsschwächer sind als im Durchschnitt der Bundesrepublik“, sagt Brodkorb. „Daran kann es nicht liegen.“

Kommentare zu " Abbrecher: Kein Bock auf Schule!"

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  • ... eine Präsentation über die Firma zu erstellen zum Beispiel oder auszurechnen, wie viele Fließen man für einen bestimmten Raum braucht.

    Es sollte sich doch hier sicherlich um "Fliesen" handeln, oder gibt es noch eine weitere Rechtschreibreform, die besagt, dass jeder so schreiben kann, wie er möchte?

  • "Der grünen Bildungspolitikerin Ulrike Berger geht das nicht weit genug. „Wir brauchen vernünftig ausgestaltete Inklusion“, sagt sie. Denn: „Gemeinsam lernen hilft allen.“ Man brauche ausreichend Personal und Sachmittel, aber dann sei die Gesamtschule das beste System. So könnte der Förderschulsektor deutlich kleiner werden. Und mit ihm auch die Quote der Schulabgänger ohne Berufsreife."

    Das ist hoffentlich aus dem Zusammenhang gerissen, denn es passt ÜBERHAUPT NICHT zum Artikel.

    Die reden von Schülern, die 2 Tage die Woche zur Schule gehen. Wenn man die in eine Gesamtschule "inkludieren" will, was sollen denn die anderen Schüler in den restlichen 3 Tagen machen ?

  • Ein Schulabschluß wird überbewertet. Man kann ja immernoch Außenminister und Vizekanzler werden. Außerdem lehrt die allwissende Glotze, daß man auch Geld machen kann, indem man sich bei Fremdschäm-Wettbewerben prostituiert.

    Und letztlich sorgt die soziale Hängematte dafür, daß Wohnung und Heizung gestellt werden und immernoch ein paar Groschen Bares zum verjubeln über bleiben. Wozu also in der Früh aufstehen und sich abrackern??? Wer richtig arbeitet, verdient eh kaum Geld. Richtig Kohle bekommen nur jene, die dir sagen, daß dort hinten Arbeit liegt....

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