Aber keine Unruhen wie in Frankreich
Auch in Deutschland brennen Autos

Die Unruhen in Frankreich stiften offenbar erste Nachahmungstäter an: Auch in Berlin, Bremen und Brüssel wurden in der Nacht zum Montag jeweils mehrere Autos von Unbekannten in Brand gesetzt. In Brüssel und Bremen weist die Polizei nach Brandserien zwar Vermutungen nach einem Zusammenhang zurück. In Berlin wollen die Behörden sie dagegen nicht ausschließen. Verletzt wurde bei den Brandanschlägen niemand.

HB DÜSSELDORF. In Berlin zündeten im Stadtteil Moabit Unbekannte haben fünf Autos an. „Das kann man nicht ausschließen“, sagte ein Polizeisprecher am Montag auf die Möglichkeit von Nachahmingstaten angesprochen. Bisher gebe es keine Hinweise auf die Täter, die die Fahrzeuge binnen drei Stunden in verschiedenen Straßen von Moabit in Brand gesetzt hätten. Die Polizei werde ihre Präsenz in der Gegend verstärken. Die Ermittlungen habe die Staatsschutzabteilung beim Landeskriminalamt an sich gezogen.

Auch in Bremen legten in der Nacht zum Montag Unbekannte mehrere Feuer. Nach Angaben der Polizei wurden bei einem Autohändler drei Autos angezündet. Es sei ein Schaden von mindestens mehreren zehntausend Euro entstanden. Danach habe es ein Feuer in einer ehemaligen Schule gegeben. Nach dem Brand in einem Gebäudeteil, der abgerissen werden soll, seien zehn Personen überprüft worden, sagte eine Polizeisprecherin. Es sei aber unklar, ob sie an der Tat beteiligt gewesen seien.

Außerdem zündeten Unbekannte nach Polizeiangaben einen Müllcontainer und einen Laubhaufen an. Die Sprecherin sagte, in dem betroffenen Stadtteil habe es in jüngster Vergangenheit generell Probleme mit Jugendlichen gegeben. Ein Zusammenhang mit den seit einer Woche anhaltenden Jugendkrawalle in Frankreich sei aber nicht zu erkennen. Die mutmaßlichen Täter hätten nicht wie in Frankreich die Konfrontation mit Polizei oder Feuerwehr gesucht.

In der Nähe des Brüsseler Hauptbahnhofs wurden fünf Fahrzeuge Opfer von Flammen. Ähnliche Ausschreitungen wie in Frankreich habe es aber nicht gegeben, betonte die Polizei. „Fünf Fahrzeuge wurde an drei verschiedenen Stellen angezündet“, sagte Polizeisprecher Albert Roosens. „Wenn sie nach Ähnlichkeiten zu den Unruhen in Frankreich suchen, es gibt keine.“ Ermittlungen wurden eingeleitet.

Regierungssprecher Thomas Steg warnte in Berlin vor einer Dramatisierung der Ereignisse. „Wir sollten uns von voreiligen Analogien und Rückschlüssen hüten, dass das auch in Deutschland bevorsteht“, sagte er mit Blick auf Frankreich. Allerdings würden die Bemühungen um eine verbesserte Integration von Kindern aus Ausländerfamilien auch in den laufenden Koalitionsverhandlungen eine tragende Rolle spielen. Die neue Bundesregierung werde auch unter dem Eindruck der Ereignisse in Frankreich in diesem Bereich Schwerpunkte setzen, kündigte Steg an. „Die Bilder aus Paris sind für alle Demokratien eine Mahnung, dass Integrationsbemühungen nie abgeschlossen sein dürfen, sondern mit neuem Elan fortgeführt werden müssen.“

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