Abgaben
HWWI schlägt stärkere Mehrwertsteuererhöhung vor

Die Furcht vor der geplanten Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent zum Jahreswechsel ist allgegenwärtig - da kommt das Hamburger Wirtschaftsforschungsinstitut HWWI mit einer konfliktträchtigen Idee: Die Abgabe sollte noch stärker angehoben werden, um die Lohnnebenkosten endlich messbar senken zu können.

HB HAMBURG. Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI), Thomas Straubhaar, sagte der „Wirtschaftswoche“, sein Ziel sei die vollständige Finanzierung der Sozialabgaben über Steuern, um die soziale Sicherung vom Faktor Arbeit abzukoppeln.

„Aus fiskalpolitischer Sicht ist bei der Mehrwertsteuer noch viel Luft nach oben. Es spricht nichts gegen eine weitere Erhöhung, und die reduzierten Sätze würde ich ersatzlos streichen“, so Straubhaar, und betont ausdrücklich: „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ergibt nur Sinn, wenn gleichzeitig die Lohnnebenkosten sinken. Die hohen Sozialbeiträge belasten einseitig die Erwerbstätigen und vor allem – wegen der Beitragsbemessungsgrenze – die weniger gut Verdienenden und gehören abgeschafft. Ein Systemwechsel hin zu steuerfinanzierten Sozialleistungen ist überfällig und würde viele Probleme lösen.“

Die Forderung des designierten SPD-Vorsitzenden Kurt Beck nach einem „vorsorgenden Sozialstaat“ lehnt der Hamburger Ökonom ab. „Man könnte diesen Begriff als Kontrapunkt zum nachsorgenden Sozialstaat verstehen, der sich um die kümmert, die sich selbst nicht helfen können. Vorsorgend wäre der Sozialstaat dann, wenn er glaubt, den Menschen auch noch die Anstrengung für die eigenen Lebenschancen abnehmen zu müssen.“ Der Staat sollte sich viel mehr auf seine Kernaufgaben konzentrieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%