Abgasskandal VW-Krise alarmiert Top-Ökonomen

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Analysten sehen VW-Zukunft aber kritisch

„Winterkorn hatte keine Kenntnisse über die Manipulation“

Vor diesem Hintergrund hält auch der Präsident des bayerischen Finanzzentrums in München, Wolfgang Gerke, erhebliche Nachteile für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland für möglich. „VW gefährdet die gesamte deutsche Konjunktur. Die Automobilindustrie ist für Deutschland ein Klumpenrisiko, wenn man die Zuliefererindustrie miteinbezieht“, sagte Gerke dem Handelsblatt. Zudem werde der gesamte deutsche Export in seiner Reputation durch das „kriminelle Verhalten von VW“ angegriffen.

Hinter der Sorge und den Warnungen der Experten steht auch der Umstand, dass die VW-Krise einen regelrechten Kurssturz beim Wolfsburger Autobauer ausgelöst hat. Am Dienstag fiel die Aktie in der Spitze um 23 Prozent auf 101 Euro. Schon am Montag hatte das Papier 19 Prozent verloren. Insgesamt reduzierte sich der Börsenwert von VW seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals um ein Drittel. In absoluten Zahlen entspricht das einem Betrag von rund 25 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Diese Summe entspricht in etwa der gesamten Marktkapitalisierung des weltgrößten Rückversicherers, Munich Re. Die VW-Aktie stabilisierte sich am Mittwoch etwas.

Analysten sehen die VW-Zukunft aber kritisch, zumal sich auch das ganze Ausmaß der Affäre um manipulierte Abgaswerte noch nicht überblicken lasse. „Die Strafzahlungen werden schmerzhaft sein“, schreibt etwa Tim Rokossa von der Deutschen Bank in einem Kommentar. Obwohl der Wolfsburger Autobauer Manipulationen eingeräumt habe, sei die bislang im Raum stehende Maximal-Summe von 18 Milliarden Dollar womöglich nicht das Ende der Fahnenstange. „Die Geschichte der Fahrzeug-Rückrufe lehrt uns, dass die erste 'Beichte' selten die letzte ist“, betont Rokossa.

Sein Kollege Adam Hull von der Berenberg Bank warnt zusätzlich vor den langfristigen Folgen, wie einem geringeren Absatz. Außerdem müssten die Motoren voraussichtlich aufwendiger konstruiert werden, damit sie die Abgas-Grenzwerte auch im normalen Betrieb einhalten.

Vor diesem Hintergrund kürzte Deutsche-Bank-Experte Rokassa seine VW-Ergebnisschätzungen für die Jahre 2015 bis 2017 um 35 Prozent. Dabei habe er neben der 6,5 Milliarden Euro schweren Rückstellung des Konzerns Strafzahlungen von vorerst nur fünf Milliarden Euro berücksichtigt. Er stufte die Aktie auf „Hold“ von „Buy“ zurück. Analyst Jose Asumendi von der Bank JPMorgan bewertet die Titel nun mit „Neutral“ statt „Overweight“. Berenberg-Experte Hull, LBBW-Analyst Frank Biller und Michael Punzet von der DZ Bank kassierten ihre Empfehlungen komplett und wollen die weitere Entwicklung abwarten.

Die VW-Krise könnte sich noch deutlich ausweiten, nachdem der Konzern am Montag mitteilte, dass es die betreffende Steuerungssoftware auch in anderen Diesel-Autos außerhalb der USA gebe, wo Ermittlungen der Umweltbehörde EPA den Fall ins Rollen gebracht hatten. Bei Tests in den USA war festgestellt worden, dass einige VW-Diesel-Modelle auf dem Prüfstand deutlich geringere Abgaswerte anzeigten als im normalen Fahrbetrieb auf der Straße.

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46 Kommentare zu "Abgasskandal: VW-Krise alarmiert Top-Ökonomen"

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  • Rainer Vogels von 9.09
    Man kann, nein man muß Ihnen in allen Punkten Recht geben

  • G. Napf
    ich stimme Ihnen absolut zu.
    Wenn es mal ganz genau nimmt, haben wir doch längst ein Ein-Parteien-System. Denn die einstmals konservativ-bürgerliche CDU ist doch komplett vergrünt durch die Sozialistin Merkel und auch die SPD spring doch auf den Zug der Grünen auf.
    Lange kann das aber nicht mehr gutgehen

  • Ich glaube, das hat viele Ursachen.
    Die Großwirtschaft ist zu groß, ist vor allem zu gierig geworden. Die Politik gibt keinerlei Grenzen vor, im Gegenteil, die Großwirtschaft lenkt ja unsere derzeitige Politik.
    Auch die Gehälter sind ein Unding. Und auch wenn so eine Firma eine AG ist, müßte die Politik hier Regeln geben.
    Die Betriebe machen es sich zu leicht, weil sie es können, läuft es mal nicht so, entläßt man Leute., aber sleber steckt man sich 16 Mio Gehalt ein.
    Das ist nicht mehr normal und genau das müssen wir beenden.
    Und mit will doch niemand erzählen, dass das was jetzt rauskam, nicht auch die Politik gewußt hat.
    Ich las übrigens gerade, bei BMW soll es wohl ähnlich sein
    Wir brauchen wieder die soziale Marktwirtschaft und nicht die Gier

  • Materie löst sich nicht in Nicht`s auf.

    Ich habe die Befürchtung, dass die Emissionswerte, besonders bei den Dieselmotoren, sehr schnell an Grenzen stoßen werden. Mittels Kat werden gasförmige Schadstoffe (Stickoxyde, Kohlenwasserstoffe) chemisch in weniger schädliche Gase umgewandelt. Für den Dieselmotor ist zusätzlich ein Russpartikelfilter von Nöten. Zudem sind sehr aufwändige Abgasreinigungen wie, Abgasrückführung, Oxidationskatalysator, Partikelfilter und Speicherkatalysator erforderlich um die Euro 6 Norm mit Mühe und Not zu erreichen.

    Der Dieselmotor ist in Wirklichkeit eine „Dreckschleuder“, die nur mit riesigem Aufwand gemindert werden kann. Der sehr große Aufwand zeigt, dass der Dieselmotor im PKW-Bereich einen geringen Verbrauch gegenüber dem Benziner aber auch einen hohen Schadstoffausstoß mit sich bringt. Die Politik kann nicht immer neue Grenzwerte verlangen, die nicht einhaltbar sind.

    Wir können filtern wie wir wollen, am Ende werden immer feinere Schadstoffe freigesetzt. Keiner weis, welche anderen feinsten Gift-Moleküle durch die aufwändigen Abgasfiltereien entstehen. Materie löst sich nicht in Nicht`s auf. In irgendeiner Schadstoff-Form müssen die ausgestoßenen Gase existieren. Wenn Sauerstoff verbrannt wird, kann kein Sauerstoff aus den Auspuffanlagen strömen.

    Ich sehe den Benziner für PKW und Motorräder weniger kritisch. Die Fahrzeugbauer werden sich vermehrt auch um E-Fahrzeuge bemühen. Allerdings muss die Frage gestellt werden, wie wir den steigenden Energiebedarf für das Aufladen der Akkus produzieren. Genügen Solar- und Windenergie?

  • Topökonomen sind überrascht, bestürzt und machen sich Sorgen um Deutschland und die Welt. Sind die Topökonomen schon wieder nach den Ereignissen ubei und um VW wieder klüger? Sie hatten also keine Ahnung davon, was sicht seit vielen Monaten anbahnte? Muss man wieder Walter Eucken zitieren auf der ersten Seite der UTB Ausgabe von 2005? Womit beschäftigen sich Topökonomen? Mit den realen Unternehmen und deren Geschäften oder mit ökonomischen Modellen, die keinen realen Wert haben? Die Prognosen für 2015 sind nach drei Quartalen doch erledigt, oder etwa nicht. Die Prognosen für 2016 müssen jetzt alle gekanzelt werden, nur wegen VW oder der gesamten Autoindustrie?

  • @ J. Fr. Pella
    Alle die von ihnen genannten (Teil-)Krisen haben als übergeordnete Ursache die Krise unseres Geldsystems, was alle Top-Ökonomen nicht erkennen wollen bzw. können (da keynesianisch verblendet). Prof. Sinn hat es vermutlich allerdings verstanden.
    Einzige Ausnahme ist hier die Euro-Krise, die auch so oder so durch die Fehlkonstruktion dieses Währungszombies entstanden wäre.
    Das Folgende ist in hohem Maße politisch unkorrekt, aber trotzdem wahr: auch die Flüchtlings-Krise ist letztendlich der ZWANGSLÄUFIGEN Notwendigkeit einer stetigen Kreditexpansion unsers Geldsystems geschuldet.
    Die Bevölkerungsexplosion in vielen Ländern der Welt, insbesondere auch in den islamischen Staaten mit den v.a. dort resultierenden Folgen politische und religiöse Radikalisierung der jugendlichen(!!) Mehrheit und auch bereits in „friedlichen“ Zeiten steigendem Migrationsdruck, war nämlich zum großen Teil KREDITFINANZIERT. Der billige Kredite ermöglichte also nicht nur ein ökonomisches „Voraus-Fressen“, sondern auch ein demographisches.
    Der "Druck im Kessel" der islamischen Staaten dort musste also zwangsläufig steigen - es hat nur einen (wer war das wohl?) "Zünder" gebraucht, um ihn explodieren zu lassen...

  • @Josef Schmidt

    "Die Linken und Grünen machen alles kaputt, nur komisch dass sie nicht in der Regierung sitzen."

    Es ist die alltägliche und schleichende moralisch- ideologische Drangsalierung der Bevölkerung, die von den Grünen ausgeht und die unser Land ruiniert.

    Da alle anderen etablierten Parteien bereits die grünen Positionen übernommen haben, müssen die Grünen nicht mehr an dern Macht sitzen.

  • @ Marc Hofmann

    Sich mit Ihnen auszutauschen ist sinnlos.
    Sie sind ein System-Ideologe, der keine andere Meinung als seine eigene zulässt.
    Sie haben sich ein persönliches Feindbild aufgebaut, an welchem Sie sich hier täglich in der Handelsblatt-Kommentarfunktion abarbeiten. Schauen Sie einfach mal über ihren beschränkten Tellerrand hinaus und hinterfragen Sie ihre einseitige Darstellung ihres subjetiv wahrgenommen Weltbildes. Es ist eben nicht nur alles schwarz oder weiss, sondern dazwischen liegen Millionen von Zwischentönen.
    Übrigens, ich habe mit den Grünen oder den Sozialdemokraten rein gar nichts am Hut, also unterlassen Sie einfach solche Behauptungen in Bezug auf meine Person.
    Ebenso ist es ihre persönliche Entscheidung, ob Sie belastete Pilze essen oder dies sein lassen. Ich habe nur auf Realitäten hingewiesen nicht mehr und nicht weniger. Oder wollen Sie mir den Super-GAU von 1986 und den damit einhergehenden atomaren „fallout“ auf deutschem Boden absprechen?
    Ich halte mich an Fakten und Tatsachen, ohne den engstirnigen Ideologien rechter oder linker Spinner anzuhängen.


  • Herr Schmidt
    Nennen Sie mir bitte ein Projekt der Regierung, was nicht marktfeindlich und sozialistisch und damit links einzustufen ist. Mir fällt keins ein. DieRegierungsparteien sind vergleichbar mit der SED aus DDR-Zeiten. Und GENAU so regieren die auch.

  • Diese Anmerkung ist richtig. Aber es geht darum die Phrasen und das wirre Gedankengut der Grünen auf das äußerste zu bekämpfen und den Bürger vor Augen zu führen, dass wir uns selbst zerstören als Leistungsgsellschaft mit diesem Gedankengut...

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