Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin
Starke AfD könnte Linksbündnis den Weg bereiten

In zehn Tagen wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Laut einer neuen Umfrage steuert die Hauptstadt auf eine Drei-Parteien-Regierung zu. Das liegt vor allem an den schlechten Werten der SPD – und der Stärke der AfD.

BerlinNach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern droht der CDU auch in Berlin ein Debakel. Laut einer Vorwahlumfrage von Infratest Dimap im Auftrag der ARD kommen die Christdemokraten auf nur 19 Prozent (2011: 23,3 Prozent). Allerdings würde auch die SPD einbrechen. Sie erreicht 21 Prozent (Wahlergebnis 2011: 28,3 Prozent).

Die Grünen kommen auf 16 Prozent (2011: 17,6 Prozent), die Linke auf 15 Prozent (2011: 11,7). Die FDP kann mit 5 Prozent (2011: 1,8 Prozent) auf eine Rückkehr ins Landesparlament hoffen, und die AfD kommt aus dem Stand auf 15 Prozent.

Mit diesen Zahlen wäre eine Fortführung des rot-schwarzen Regierungsbündnisses oder andere Zweier-Koalitionen nicht möglich. Die SPD könnte damit den Versuch wagen, mit Linken und Grünen ein Bündnis einzugehen. Eine solche Konstellation hätte Signalwirkung auf das Superwahljahr 2017. Im Herbst kommenden Jahres wird der Bundestag neu gewählt.

41 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass die seit 2001 in Berlin regierende SPD auch weiterhin das Rote Rathaus führt. Bei einer Direktwahl des Regierenden Bürgermeisters würden sich 44 Prozent für den Regierenden Bürgermeisters Michael Müller entscheiden, der Ende 2014 das langjährige Stadtoberhaupt Klaus Wowereit (SPD) beerbt hatte. Dagegen wollen nur 19 Prozent der Befragten den amtierenden Innensenator und christdemokratischen Spitzenkandidaten Frank Henkel an der Spitze des Senats sehen.

Eine Neuauflage der scheidenden Großen Koalition ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern auch unerwünscht. 58 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit des seit Monaten zerrütteten Senats weniger oder gar nicht zufrieden. Infratest Dimap hatte am Dienstag und Mittwoch 1002 Berliner telefonisch befragt. Etwa zweieinhalb Millionen Wahlberechtigte sind in Berlin am 18. September zur Wahl aufgerufen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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