Abrechnungsbuch erschienen
Clement wirft Müntefering „Gier auf Macht“ vor

Der aus der SPD ausgeschlossene Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement rechnet mit seiner Partei und ihrem Chef, Franz Müntefering, ab. Das Buch trägt den Titel "Klartext", laut Verlag sind bereits 3 000 Voranmeldungen eingegangen.

HB BERLIN. Die neue Abrechnung von Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement mit seiner ehemaligen Partei SPD hat laut Verlag das Zeug zum Renner. Am offiziellen Erscheinungstag des Buches "Klartext. Damit Deutschland wieder in Fahrt kommt" teilte der Lahrer Johannis-Verlag am Donnerstag in Berlin mit, bereits 3 000 Voranmeldungen seien eingegangen, eine vierte Auflage werde vorbereitet.

In dem 159 Seiten starken Buch wirft Clement Parteichef Franz Müntefering "Gier auf Macht" vor. Er habe der Sozialdemokratie "schweren Schaden" zugefügt. Clement begründete seine massive Kritik mit gebrochenen Wahlversprechen bei der Mehrwertsteuer und mit einer Anlehnung an die Linke in den Ländern - trotz deren Stasi-Verstrickung - aus reinem Machtkalkül. Die Abgrenzung von den Linken im Bund sei unglaubwürdig, wenn in den Ländern ein Zusammengehen mit der Partei Oskar Lafontaines in Ordnung sei, um einen Sozialdemokraten ins Amt des Ministerpräsidenten zu bringen.

Das Problem mangelnder Glaubwürdigkeit sieht Clement inzwischen offensichtlich in der gesamten SPD: Unter Verweis auf das SPD-Debakel in Hessen unter der ehemaligen Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti sagte er: "Ich hoffe dass die Geschichte Ypsilanti eine Lehre ist - wenngleich ich jetzt schon wieder höre, sie wollen eine Reichensteuer machen." Clement war Ende 2008 aus der SPD ausgetreten.

Das Buch, in dem Clement auch den übrigen Parteien Unfähigkeit angesichts des Reformstaus vorwirft, wurde bereits vorab in der "Bild"-Zeitung vorgestellt.

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