Abrechnungssysteme
Fallpauschalen fördern Innovationsfreude

Die diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG), nach denen Krankenhäuser seit zwei Jahren abrechnen, bringen medizinische Neuerungen schneller zum Patienten.

lee FRANKFURT. „Das neue Abrechnungssystem macht den deutschen Markt für uns erst interessant“, sagt Robert Guilleaume, Chef des Esslinger Biotechnologieunternehmens Arthro Kinetics. Die Firma hat gemeinsam mit Forschern der Stuttgarter Fraunhofer Gesellschaft ein neues Verfahren entwickelt, um Knorpel zu ersetzen.

„Früher konnten Kassenpatienten nur mit unserer Methode behandelt werden, wenn die Kasse den Eingriff genehmigt hatte“, sagte Guillaume. Da der Eingriff jedoch nicht viel teurer ist als herkömmliche Methoden, kann das Krankenhaus ihn im Rahmen der üblichen Fallpauschalen abrechnen.

Das neue Abrechnungssystem wurde von Bundesgesundheitsministerien Ulla Schmidt (SPD) bereits unter der alten Regierung eingeführt. Nach australischem Vorbild wurde ein Punktesystem entwickelt, mit dessen Hilfe sich für fast jede Erkrankung Fallpauschalen errechnen lassen. Diese sollen in den kommenden Jahren zunächst auf Landesebene und dann bundesweit vereinheitlicht werden. Das neue Entgeltsystem soll die durchschnittlichen Verweildauern verkürzen. Diese waren früher im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch, weil sich die Vergütung früher an der Länge des Klinikaufenthaltes orientierten.

Besonders teure neue Therapien fallen allerdings nicht unter die normalen Fallpauschalen. Setzt eine Klinik in der Krebstherapie beispielsweise auf eine Chemotherapie mit neuartigen Antikörperpräparaten, kann das unter Umständen ihr Budget mittelfristig erhöhen.

„Im ersten Jahr müssen die Krankenhäuser in Vorleistung gehen und die Medikamente selbst bezahlen“, sagt Lutz Blase, DRG-Experte der privaten Klinik-Kette Asklepios. Bei den nächsten Budgetverhandlungen mit den Kassen, könnten dann aber zusätzliche Entgelte beantragt werden. „Diese gelten dann auch in den Folgejahren, wenn die Klinik die Therapie weiter anbietet“, sagt Blase.

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