"Abscheuliches Verbrechen" geplant
Im El-Kaida-Prozess sechs Jahre Haft beantragt

Im Prozess gegen den mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen Ihsan Garnaoui hat die Bundesanwaltschaft sechs Jahre Haft wegen Vorbereitung von Anschlägen beantragt.

HB DÜSSELDORF. Der 34-jährige Tunesier sei der versuchten Gründung einer terroristischen Vereinigung sowie der Steuerhinterziehung schuldig, sagte Anklägerin Silke Ritzert am Donnerstag vor dem Berliner Kammergericht.

Er habe im Auftrag des Terrornetzwerks El Kaida Sprengstoffanschläge gegen jüdische und amerikanische Einrichtungen vorbereitet. Die Plädoyers der Verteidigung werden am 17. März erwartet. Das Urteil soll am 6. April fallen.

„Es wäre ein abscheuliches Verbrechen geschehen, wäre der religiöse Fanatiker nicht im März 2003 festgenommen worden“, erklärte Ritzert. Der 2001 in einem El-Kaida-Lager ausgebildete Angeklagte sei Kopf und Motor der Aktivitäten gewesen. Laut Bundesanwaltschaft war geplant, mehrere Sprengsätze anlässlich einer Demonstration zu Beginn des Irakkriegs zu zünden.

Konkrete Ziele konnten nicht ermittelt werden. „Es dürfe aber nicht gewartet werden, bis Anschläge verübt sind und Tote auf der Straße liegen“, argumentierte die Bundesanwaltschaft.

Der früher mit einer Deutschen verheiratete Tunesier habe sich 1996 zu einem strenggläubigen Islamisten radikalisiert, sagte Ritzert. Die Bundesanwaltschaft stützte ihr Plädoyer auf beschlagnahmte Daten aus Garnaouis Computer, Telefonüberwachungen sowie Angaben von zwei V-Leuten.

Bei Garnaoui seien Chemikalien und Schaltpläne zum Bau von Sprengsätzen gefunden worden. Die Steuerhinterziehung steht im Zusammenhang mit einem vom Angeklagten betriebenen Goldhandel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%