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Abschiebung: Schreibers kanadische Freunde lassen ihn fallen

Bis zuletzt verbreitete Karlheinz Schreiber nach außen hin Optimismus, dass ihn die Justiz in Augsburg nicht packen werde. Am Ende musste auch sein Staranwalt Edward Greenspan die Waffen strecken. Etwas fragwürdig war das Vorgehen des konservativen Justizministers Rob Nicholson, das am Ende tatsächlich nach fast zehn Jahren zur Abschiebung führte, allerdings schon.

Bild aus vergangenen Tagen: Karlheinz Schreiber (re.) und sein Anwalt Edward Greenspan im Januar 2000 beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Toronto. Quelle: ap
Bild aus vergangenen Tagen: Karlheinz Schreiber (re.) und sein Anwalt Edward Greenspan im Januar 2000 beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Toronto. Quelle: ap

OTTAWA. Nirgendwo in Ottawa wohnt man so schön wie im vornehmen Stadtteil Rockcliffe Park. Hier residieren die Botschafter aus aller Welt. Hier haben Unternehmer ihre Paläste gebaut. Hier leben Menschen mit viel Geld. Wie etwa Karlheinz Schreiber. Er liebte es, mit seiner Frau Barbara durch Rockcliffe zu spazieren, wo selbst an heißen Sommertagen große Bäume Kühle spenden. Hier im Bittern Court, einer ruhigen Stichstraße, fühlte sich Schreiber wohl.

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Ob er jemals zurückkehren wird? Am Sonntagabend endete der Kampf des Rüstungslobbyisten, der seit 1982 neben der deutschen auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt. Wenige Stunden nach seinem letzten vergeblichen Versuch, seine Auslieferung nach Deutschland durch Gerichtsbeschluss zu blockieren, setzte ihn Kanadas Regierung in ein Flugzeug nach München.

Ganze vier Wochen fehlten ihm zu einem denkwürdigen Jubiläum: Ende August hätte sich sein Kampf über zehn volle Jahre erstreckt. In den letzten Tagen des August 1999 hatte Deutschland den Auslieferungsantrag der Staatsanwaltschaft Augsburg übermittelt, Schreiber wurde daraufhin festgenommen und saß elf Tage in Haft, bevor er gegen Kaution freikam. Einflussreiche Freunde standen ihm dabei zur Seite: Elmar MacKay, ein früherer Minister des Kabinetts Brian Mulroney, und Marc Lalonde, ein Minister aus der Trudeau-Ära.

Bis zuletzt verbreitete Schreiber nach außen hin Optimismus, dass ihn die Justiz in Augsburg nicht packen werde. "Eddie haut mich hier raus", war Schreiber stets überzeugt. Am Ende musste auch Staranwalt Edward ("Eddie") Greenspan die Waffen strecken. Etwas fragwürdig war das Vorgehen des konservativen Justizministers Rob Nicholson schon, der Schreiber am Freitagnachmittag vor dem Beginn eines langen Wochenendes - in Ontario war am Montag Feiertag - den Ausweisungsbescheid zustellte. Mehr als eine Eilanhörung vor einem Berufungsgericht konnte Greenspan nicht erreichen. "Er ist nun am Ende dieses Weges", sagte Richterin Barbara Conway über Schreibers zehnjährigen Weg durch die Gerichtsinstanzen. Elf Anträge hatte Schreiber beim Minister gegen seine Ausweisung eingereicht und insgesamt zwölf Anträge bei Gerichten der Provinz Ontario und des Bundes. Wie viel Hunderttausend oder Millionen Dollar der Kampf gekostet hat, weiß wohl nur Schreiber selbst.

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