Abschied vom Bundestag
Volker Rühe - Der Umsteiger

Die Bundestagsdebatte am Mittwoch hat er von seinem Büro aus verfolgt, nicht im Plenum. Schon das war ein wenig bezeichnend für den Weg, den Volker Rühe gegangen ist.

ink DÜSSELDORF. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag und frühere Verteidigungsminister gehört zu den Abgeordneten, die mit der bevorstehenden Wahl aus dem Bundestag ausscheiden. Und obwohl der CDU-Außenpolitiker international hoch angesehen ist, fühlt er sich seit geraumer Zeit in der Union eher an den Rand gestellt.

"Ich haben in den vergangenen drei Jahren nur einmal im Bundestag geredet", bilanziert Rühe heute. An zu vielen Punkten wie etwa der Türkei-Politik liegt er über Kreuz mit der offiziellen Unions-Linie. Schon früher hat er beklagt, dass in der CDU der Hang zu immer stärker innenpolitisch geprägten Positionen zunehme. "Früher waren zudem bei Debatten im Bundestag einfach eher stärker Zwischentöne bei Debatten möglich."

Doch mit seiner Kritik hat er sich in den eigenen Reihen wenig Freunde gemacht. Auch deshalb tritt der Hamburger nach acht Legislaturperioden nicht mehr an. Von der Bildfläche verschwinden will Rühe aber nicht. Statt dessen plant er, weiter an internationalen Konferenzen teilzunehmen. Publizistisch und mit Vorträgen etwa in den USA und Deutschland will der überzeugte Transatlantiker zudem weiter an öffentlichen Debatten über außenpolitische Fragen eingreifen. Zudem hat er eine Einladung der Bucerius Law School für eine Vortragsreihe erhalten.

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