Abschlussbericht
„Fatale Ereigniskette beim Bau der Elbphilharmonie“

An der Elbphilharmonie wird noch bis 2017 gebaut, der Abschlussbericht zum bisherigen Debakel ist seit Donnerstag fertiggestellt. Der Hauptverantwortliche für die Fehlentwicklung des Prestige-Baus schweigt dazu.
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HamburgAnalyse einer fatalen Ereigniskette: Mit seinem Abschlussbericht hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Elbphilharmonie seine Arbeit beendet. Auf 724 Seiten wird aufgelistet, wie es zu der Kostenexplosion und den Bauverzögerungen kommen konnte. Demnach sind unfertige Pläne, überforderte Politiker und ein Chaos auf der Baustelle schuld an dem Debakel.

„Der Abschlussbericht ist eine ebenso ausgewogene wie präzise Analyse der fatalen Ereigniskette rund um den Bau der Elbphilharmonie“, sagte Frank Schmitt (SPD) am Donnerstag. Der Bericht werde auch dazu beitragen, dass solche Fehler in Zukunft nicht wieder passieren.

Hamburgs ehemaliger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Er werde keine Stellungnahme abgeben, da die Wertungen „politischer und nicht rechtlicher Art“ seien, zitierte der Vorsitzende Ole Thorben Buschhüter (SPD) aus einem Schreiben von Beusts. Dem Bericht zufolge trägt von Beust „konkret die Verantwortung für Fehlentwicklungen“ beim Bau des Konzerthauses. Dagegen hatten etwa Ex-Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) und der ehemaligen Chefs der städtischen Realisierungsgesellschaft (Rege) eine Stellungnahme abgegeben.

Harter Kampf zwischen Hochtief und Herzog & de Meuron

Nach Meinung von Norbert Hackbusch, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Linke, werde von Beust „völlig zu Recht als Hauptverantwortlicher für das Elbphilharmonie-Desaster dargestellt“. Eva Gümbel (Grüne) sagte, von Beust müsse sich gemeinsam mit dem damaligen Senat den Vorwurf gefallen lassen, „das Projekt von Anfang an auf eine schiefe Bahn gesetzt zu haben“.

Mit der verfehlten Projektkonstruktion und der schlecht vorbereiteten und unvollständigen Planung sei die Elbphilharmonie zum Spielball des Generalunternehmers Hochtief und der Architekten Herzog & de Meuron geworden. „Diese hatten weniger das Projektgelingen als ihre eigenen Interessen im Auge – und haben dafür mit harten Bandagen gekämpft.“

Zu den Lehren gehöre, „dass wir die Stadt im Baubereich wieder stärker aufstellen müssen, mehr eigene Kompetenzen und eigene Expertise brauchen, um in künftigen Kooperationen mit privaten Partnern nicht wieder den Kürzeren zu ziehen“.

Der Ausschuss hatte drei Jahre lang unzählige Aktenordner gewälzt und zahlreiche Zeugen befragt. Erstmals nennt der Bericht, der die Vorgänge bis Ende 2008 untersucht, auch Namen der Verantwortlichen. Demnach wollten alle Beteiligten das Konzerthaus unbedingt bauen, ohne die wahren Zahlen zu präsentieren. Die Kosten des Projekts für den Steuerzahler waren über die Jahre von ursprünglich 77 Millionen Euro auf nun 789 Millionen Euro gestiegen. Die Eröffnung wurde mehrfach von 2010 auf 2017 verschoben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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