Absetzbarkeit
Steinbrück und Müntefering einigen sich bei Handwerkerkosten

Finanzminister Peer Steinbrück und Vizekanzler Franz Müntefering haben ihren Streit über die Einzelheiten der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen offenbar beigelegt. Rückwirkend zum Jahresbeginn können jährlich bis zu einem Höchstbetrag von 3000 Euro 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer abgesetzt werden - maximal also 600 Euro.

HB BERLIN. Die Regelung soll für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten in Wohnungen, Häusern und für Grundstücke sowie für Aufwendungen von Mietern und Eigentümern gelten, hieß es in Koalitionskreisen. Bisher war eine solche Möglichkeit auf weniger Arbeiten im Haushalt beschränkt.

Die erweiterte steuerliche Förderung von privaten Handwerkerleistungen ist zentraler Teil des Wachstumspakets, das die Koalition am kommenden Montag und Dienstag auf der Klausurtagung in Genshagen südlich von Berlin beraten will. Mit der besseren Absetzbarkeit der Kosten sollen Schwarzarbeit eingedämmt und Beschäftigung angekurbelt werden. Mit der bestehenden Absetzbarkeit von Kosten etwa für Wohnungsreinigung und Haushaltshilfen können Privathaushalte ihre Steuerlast so um bis zu 1200 Euro senken.

Müntefering wollte ursprünglich neben den Arbeitskosten auch die Aufwendungen für Material berücksichtigen. Steinbrück wiederum hatte dem Vernehmen nach eine Einbeziehung auch von Grundstücksarbeiten abgelehnt. Er strebt angesichts der Steuerausfälle für die öffentlichen Haushalte eine möglichst restriktive Anwendung an.

Umstritten waren zuletzt noch Details zur steuerlichen Förderung auch privater Kinderbetreuung. Dem Vernehmen nach soll es zwei Kinder-Altersstufen bei der Höhe der Absetzbarkeit geben, vom 1. bis zum 6. Lebensjahr sowie bis zum 10. oder sogar 12. Lebensjahr. Die Beträge würden auf jeden Fall über 1500 Euro pro Jahr liegen. Eine endgültige Entscheidung wird bei der Klausurtagung erwartet. Die steuerliche Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen insgesamt soll bis 2009 den Staat rund fünf Milliarden Euro kosten.

FDP-Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele kritisierte, die Steuervergünstigung für Handwerksleistungen sei im Grundsatz nichts Neues. Bereits seit 2003 gebe es für bestimmte Renovierungsleistungen oder auch Gartenpflegearbeiten diese Förderung. Vor einer Ausweitung sollte Steinbrück zunächst darstellen, ob es wirklich zum Abbau von Schwarzarbeit gekommen sei. Handwerks-Präsident Otto Kentzler begrüßte die Pläne. Davon erhoffe er sich „dringend benötigte Aufträge“, sagte er der „Märkischen Oderzeitung“.

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