Abspaltung von Parteilinken müsse verhindert werden
Wieczorek-Zeul: SPD muss auf Parteilinke zugehen

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Wieczorek-Zeul hat ihre Partei aufgefordert, auf die linken Kritiker in den eigenen Reihen zuzugehen. Eine Absplitterung müsse vermieden werden, sagte sie.

HB BERLIN. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Heidemarie Wieczorek-Zeul hat ihre eigene Partei aufgefordert, Parteitagsbeschlüsse wie die Ausbildungsplatzabgabe und die Erhöhung der Erbschaftssteuer endlich umzusetzen, um die Kritiker am linken Rand der Partei wieder stärker einzubinden.

Außerdem müssten bestimmte Auswüchse des Wirtschaftslebens von der SPD deutlicher kritisiert werden, sagte Wieczorek-Zeul den «Lübecker Nachrichten». Als Beispiel nannte sie, dass manche Manager sich Einkommenssteigerungen von 60 Prozent verschafften, während sie den Gewerkschaften Lohnforderungen von vier Prozent als unmäßig vorwürfen.

Eine Abspaltung von der SPD lehne sie ab, betonte Wieczorek-Zeul. Die Zersplitterung führe ins Abseits. Sie hoffe, dass unter der Führung von Franz Müntefering, der am Sonntag zum neunen SPD-Vorsitzenden gewählt werden soll, noch deutlicher werde, dass alle Bevölkerungsgruppen Belastungen zu tragen hätten, wenn der Sozialstaat reformiert werden solle.

Auch der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Hubertus Schmoldt, sprach sich in der «Welt am Sonntag» gegen eine neue linke Partei aus. „Eine neue Partei links von der SPD wird auf Dauer keine Chance haben, sorgt aber für Unruhe, nimmt den Sozialdemokraten Stimmen weg und nützt so der Union“, sagte er. Explizit lehnte er auch eine Beteiligung von Gewerkschaftern an der neuen Partei ab.

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