Abwärtstrend setzt sich fort
Sparpolitik der Kassen sorgt für sinkende Umsätze mit Generika

Die Generikahersteller schlagen Alarm. Seit im April vergangenen Jahres das Arzneimittelwirtschaftlichkeitsgesetz in Kraft ist, sinken die Umsätze mit preiswerten Nachbauten ehemals patentgeschützter Medikamente auf breiter Front. Der Branchenverband warnt vor einem Investitionsstopp für neue Generikagenerationen.

BERLIN. Nach neuen Daten aus dem Januar gingen die Umsätze mit zu Lasten der Krankenkassen verordneten Generika, gemessen in Herstellerpreisen, um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück – obwohl 5,2 Prozent mehr Packungen verkauft wurden.

„Damit setzt sich der seit neun Monaten anhaltende Abwärtstrend fort“, klagt der Geschäftsführer von Pro-Generika, Hermann Hofmann. Schuld sei der von der Politik der Bundesregierung ausgelöste Preisverfall am Generikamarkt.

Hofmann befürchtet, dass sich dieser Trend in den nächsten Monaten verstärkt fortsetzen wird, sollten die Kassen ihre in den vergangenen Wochen eingeleitete Strategie fortsetzen, die Generikapreise durch Rabattverträge mit einzelnen Herstellern weiter unter Druck zu setzen. Den Kassen wirft der Pharmaverbandschef vor, „mit einer Politik des schnellen Geldes“ ausgerechnet den Teil der Pharmaindustrie „wie eine Zitrone auszuquetschen“, der in der Vergangenheit für Kostenssenkungen gesorgt habe; der Verband vertritt rund 20 Generikaunternehmen einschließlich der Marktführer Ratiopharm, Stada und Hexal.

Jährlich sparten die Kassen dank der Tatsache, dass die Generikahersteller nach dem Patentablauf teurer Originalpräparate schnell preiswerte Nachahmerprodukte auf den Markt brächten, rund drei Mrd. Euro, rechnet Hofmann vor. „Dies könnte bald anders werden, wenn die Kassen so weitermachen und einseitig nur den Generikamarkt unter Druck setzen“, warnte Hofmann. Er fürchtet vor allem, dass den großen deutschen Generikaherstellern am Ende das Geld fehlen könnte, in die sehr teuren Produktionsverfahren für die neue Generikageneration biotechnologischer Medikamente zu investieren.

Tatsächlich laufen bis 2010 die Patente für Biotech-Wirkstoffe mit einem Gesamtumsatz von rund zwei Mrd. Euro aus. Wolfgang Kaesbach, Arzneimittelexperte des BKK-Bundesverbands, bestätigte, dass der Nachbau dieser Medikamente weit schwieriger und damit deutlich teurer sein werde als die Herstellung traditioneller, chemisch hergestellter Pillen.

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