Abwanderung
Auch im Westen werden Frauen knapp

Männerüberschuss ist kein rein ostdeutsches Problem: Die Abwanderung qualifizierter junger Frauen aus strukturschwachen Gebieten betrifft nach Einschätzung von Staatsministerin Maria Böhmer immer öfter auch westdeutsche Regionen.

HB BERLIN. „Die Abwanderung gut ausgebildeter junger Frauen droht das soziale Gleichgewicht durcheinander zu bringen“, sagte Böhmer, die auch Vorsitzende der CDU-Frauenunion ist, der „Rheinischen Post“. In strukturschwachen Regionen herrsche in der Altersklasse der 18- bis 29-jährigen heute schon ein Männerüberschuss von 25 Prozent. Frauen seien flexibler und wanderten ab, wenn sie für sich keine Zukunft sähen.

„Diese Situation verschärft den demographischen Wandel. Ganze Regionen verlieren den Anschluss“, sagte Böhmer. Sie halte es „für die größte Herausforderung der nächsten Jahre, Regionen und Städte im Wettbewerb um Familien und Fachkräfte konkurrenzfähig zu machen“.

Im Frühjahr hatte das private Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung eine Studie vorgelegt, die einen erheblichen Überschuss an Männern im Osten durch die Abwanderung von Frauen konstatiert. In der Studie wurde die Befürchtung geäußert, dass „eine neue, männlich dominierte Unterschicht entstanden ist, die sich dauerhaft zu etablieren droht“. Während vor allem gut ausgebildete Frauen zwischen 18 und 29 Jahren ihre Heimat verließen, würden viele junge Männer mit schlechter Ausbildung und ohne Job zurückbleiben. Besonders betroffen seien wirtschafts- und strukturschwache Regionen, in denen bis zu 25 Prozent der jungen Frauen fehlten. Diese Gebiete mit Männerüberschuss seien besonders anfällig für rechtsradikales Gedankengut – was wiederum dazu führte, dass sie noch unattraktiver für Frauen seien.

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