Abzug aus Afghanistan
Bundeswehr übergibt Feldlager in Kundus

Mit der Übergabe des Feldlager im afghanischen Kundus schreitet der Abzug der Bundeswehr weiter voran. Ab Februar sollen weitere Soldaten aus dem Land abziehen. Derweil wird der zivile Aufbau unverändert fortgesetzt.
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BerlinDie Bundeswehr hat die Leitung ihres Feldlagers im afghanischen Kundus am Donnerstag in zivile Hände übergeben und damit einen weiteren Schritt zum Abzug getan. Leiter des Lagers ist nun der Diplomat Helmut Landes, der zuvor schon das inzwischen aufgegebene Feldlager in Feisabad geleitet hatte. "Unser Afghanistan-Engagement bekommt zunehmend ein ziviles Gesicht", erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Berlin. Am Vortag hatte er gemeinsam mit Verteidigungsminister Thomas de Maiziere angekündigt, die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan solle ab Februar um weitere 1100 Soldaten auf schließlich 3300 sinken. Der Bundestag wird darüber im Januar entscheiden.

Der zivile Aufbau und die Ausbildung in der Region Kundus würden unverändert fortgesetzt, erklärte das Auswärtige Amt. Sechs Schulen befänden sich derzeit im Bau, fünf weitere seien in Planung. Parallel dazu sollten in der Provinz Kundus bis Ende 2012 zwei Lehrer-Ausbildungszentren fertiggestellt werden. Auch Wasseranlagen, Straßen und Brunnen würden weiter ausgebaut. In Kundus sind rund 1100 deutsche Soldaten stationiert, das militärische Kommando über sie bleibt bei der Bundeswehr. Kundus war lange Zeit der mit Abstand gefährlichste Einsatzort der Bundeswehr, viele Soldaten sind hier gefallen.

 


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Abzug aus Afghanistan: Bundeswehr übergibt Feldlager in Kundus"

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  • Möglicher Bundeswehreinsatz in Türkei stößt auf Kritik

    Natürlich keine Kommentarfunktion zu diesem Thema!

    Die Bundeswehr steht offenbar kurz davor, sich in an der türkisch-syrischen Grenze zu stationieren.

    Ich wusste gar nicht, dass die deutsche Grenze in Afghanistan oder der Türkei liegt.
    Es hieß doch, von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen!
    Ach ja, wir nennen es ja neuerdings lieber nicht mehr KRIEG, sondern Einsatz!
    Und wir erklären auch keinem Land den Krieg, sondern fallen ohne diese Erklärung ein und bereichern sie mit unseren Waffen, unserer Selbstherrlichkeit, unserer ausgestorbenen Demokratie und möglichen anderen verstaubten Errungenschaften!
    Traurig, wie weit wir gekommen sind.
    Der Flächenbrand dehnt sich langsam aus, bis die ganze Welt locherloh brennt. Dann hats wieder keiner gewusst oder vorhersehen können! Und das Ganze für amerikanische Interessen. Lächerlich!

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