AEG-Verhandlungen unterbrochen
IG Metall lehnt Electrolux-Angebot ab

Im Poker um die Zukunft des bestreikten Nürnberger AEG-Werks hat die IG Metall das Angebot des Mutterkonzerns Electrolux abgewiesen. Nach nur zwei Stunden Verhandlungen unterbrach die Gewerkschaft das Gespräch und forderte Electrolux auf, eine verbesserte Offerte vorzulegen.

HB NÜRNBERG. „Wir sind tief enttäuscht“, sagte Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer. Das Electrolux-Angebot umfasse nicht einmal das Volumen eines Sozialplans. Electrolux-Sprecher Ulrich Gartner bekräftigte indes, der IG Metall ein attraktives Angebot vorgelegt zu haben. Er ließ es aber offen, ob das Management zu Nachbesserungen bereit sei. Zugleich warf er der IG Metall vor, dass das Einbringen des Tarifstreits der Electrolux-Logistik-Tochter in die Auseinandersetzung „wenig hilfreich“ sei. Dieser müsse ausgeklammert werden.

Der schwedische Hausgerätekonzern hatte zuvor erstmals einen konkreten Vorschlag unterbreitet. Dieses „Nürnberger Modell“ genannte Angebot sieht ein Gesamtvolumen von etwa 100 Millionen Euro vor. Dabei könnten die von der geplanten Werkschließung betroffenen 1700 AEG-Mitarbeiter zwischen einer Abfindung in Höhe von 0,7 Prozent des Monatseinkommen pro Beschäftigungsjahr und einer auf zwölf Monate begrenzten Übernahme in eine Qualifizierungsgesellschaft wählen können.

Die IG Metall bezeichnete das Angebot als „billigen Abklatsch“ der beim Münchner-Chiphersteller Infineon gefundenen Lösung. Sie will einen Sozialtarifvertrag mit einem Volumen von mindestens 400 Millionen Euro durchsetzen. Nürnbergs IG-Metall-Vizechef Jürgen Wechsler kritisierte auch die Vorgehensweise von Electrolux. Der Konzern habe noch am vergangenen Sonntag schnelle Verhandlungen in Aussicht gestellt. Das jetzige Angebot liefere jedoch die Steilvorlage für eine sehr lange Auseinandersetzung, sagte Wechsler.

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