Ärger in der Linkspartei
Dietmar Bartsch und die „Lafodödel“

„Zuverlässig“, „unabhängig“ oder „Lafodödel“ – in diese drei Kategorien ließ Dietmar Bartsch die Mitglieder des Parteivorstands der Linken einteilen. Die Empörung ist groß. Der designierte Fraktionschef wiegelt ab.

BerlinDer designierte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat den linken Parteiflügel um den damaligen Wortführer Oskar Lafontaine vor drei Jahren in einem E-Mail-Wechsel als „Lafodödel“ verunglimpft. Die Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwoch) berichtete vorab, Bartsch habe von einem Mitarbeiter der Parteizentrale verlangt, die 44 Mitglieder des damals gerade neu gewählten Parteivorstands in die Kategorien Z für zuverlässig, U für unabhängig und L für „Lafodödel“ einzuteilen.

Zum linken Parteiflügel gehört auch Sahra Wagenknecht, die am 13. Oktober zusammen mit Bartsch Gregor Gysi an der Spitze der Bundestagsfraktion ablösen soll. Wagenknecht ist die Lebensgefährtin von Lafontaine.

Bartsch sagte der Deutschen Presse-Agentur zu dem „Welt“-Bericht nur: „Das kommentiert sich von selbst.“ Der Mail-Wechsel stammt aus der Zeit nach dem Göttinger Parteitag von 2012, der die Partei an den Rand der Spaltung brachte. Fraktionschef Gregor Gysi sprach damals von „Hass“ in der Bundestagsfraktion.

Bartsch hatte sich damals einen Machtkampf mit Lafontaine um den Parteivorsitz geliefert. Der Saarländer Lafontaine zog schließlich seine Kandidatur zurück. Der für ihn nominierte Kandidat Bernd Riexinger setzte sich dann aber gegen Bartsch durch.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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