Ärzte fordern
Bahr soll GKV-Spitzenverband Grenzen setzen

Nach Ansicht der deutschen Ärztekammer verfügt der GKV-Spitzenverband über zu viel Macht. Gesundheitsminister Daniel Bahr müsse nun eingreifen. Für den Ärzte-Honorarstreit ist man unterdessen optimistisch.
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BerlinDie deutsche Ärztekammer ruft Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf, die Macht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu beschneiden. Der Spitzenverband entwickele "sich zu einem völlig verantwortungslosen Machtkartell, und da müsste der Bundesgesundheitsminister eingreifen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Zugleich zeigte er sich optimistisch, im Streit über höhere Honorare für Ärzte mit den Kassen eine Einigung erreichen zu können.

Bei solchen Verhandlungen sei es üblich, dass man erstmal "die Instrumente zeigt, mit denen man sich bedrohen kann", sagte Montgomery. In diesem Zusammenhang verwies er auf mögliche Praxisschließungen. Am Ende müssten beide Seiten jedoch zurück an den Verhandlungstisch und "miteinander einen Vertrag unterschreiben".

Der Spitzenverband ist seit Juli 2008 die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen. Seine Gründung geht zurück auf die Gesundheitsreform 2007.

Mit Blick auf die Rekordrücklagen der gesetzlichen Krankenkassen sprach sich der Ärztekammerpräsident gegen eine Beitragssenkung aus. Allerdings sei er dafür, die Praxisgebühr abzuschaffen. Sie bringe außer Verwaltungsaufwand in den Praxen "gar nichts".

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ärzte fordern: Bahr soll GKV-Spitzenverband Grenzen setzen"

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  • Hallo,
    die Beiträge ALLER Sozialkassen enhalten doch längst Zahlungen für artfremde Leistungen die der Gesetzgeber nicht dem Steuerzahler sondern eben den Kassen aufs Auge gedrückt hat.
    Damit ist es der Pflichtversicherte welcher quasi alleine eine zweite Steuerzahlung leistet.

  • Der GKV sei auf dem Weg zu einem „völlig verantwortungslosen Machtkartell“, so die Ärztekammer.
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    Da muß die Ärztekammer sich an Frau Merkel wenden.
    Sie wollte diesen Spitzenverband und den Gesundhetisfond. Auf ihren Befehl hin ht Ulla Schmidt das installiert
    Beides war geplant als Beginn der DDR-Staatsmedizin.
    Merkel wollte und will die Macht über unsre Beiträge haben.

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