Ärztemangel
In der Stadt leben, auf dem Land arbeiten

Kampf dem Ärztemangel: Die FDP will die Residenzpflicht lockern, das heißt, die Mediziner müssten nicht mehr dort wohnen, wo sie praktizieren. Schlechte Nachrichten dagegen für Patienten: Die Praxisgebühr soll bleiben.
  • 0

De FDP will die sogenannte Residenzpflicht für Ärzte zu lockern. Die Mediziner müssten dann nicht mehr dort wohnen, wo sie ihre Praxis haben. So werde es für die Mediziner leichter, sich für eine Praxis auf dem Land zu entscheiden, zitierte die "Welt" aus einem dreiseitigen Papier der Gesundheitspolitiker der FDP-Bundestagsfraktion. Auch Modellversuche mit Kostenerstattung sollten die Niederlassung auf dem Land nach Vorstellungen der FDP-Politiker attraktiver machen. Seine Pläne zur Gewinnung zusätzlicher Landärzte mit besseren Honoraren bekräftigte der Minister auch in der "Süddeutschen Zeitung". "In den unterversorgten Gebieten können wir sehr schnell etwas verbessern, wenn wir die Anreize richtig setzen", sagte er. Einschnitte in Gebieten, wo es zu viele Ärzte gibt, lehnte er ab. "Ich glaube nicht, dass man Unterversorgung beseitigt, indem man die Ärzte in gut versorgten Gebieten bestraft. Kein Arzt verlegt seine Praxis, weil er Abschläge hinzunehmen hat." Rösler wies Befürchtungen der Krankenkassen zurück, dass seine Maßnahmen gegen den Ärztemangel sehr teuer werden. "Das muss nicht alles zwangsläufig viel mehr kosten. Die Warnungen der Kassen sind daher unangebracht."

Zu der 2004 von der SPD eingeführten Praxisgebühr von zehn Euro im Quartal sagte Rösler der "SZ", diese habe ihren Zweck nicht erfüllt, unnötige Arztbesuche zu verhindern. Dennoch hält der Gesundheitsminister an der von ihm kritisierten Praxisgebühr fest und sprach er sich gegen eine Abschaffung aus: Die Krankenkassen könnten auf die rund eine Milliarde Euro Einnahmen nicht verzichten, erklärte der FDP-Politiker am Freitag. Gleichzeitig machte er den Versicherten Mut: Nächstes Jahr wird nach seiner Prognose die Krankenkasse noch nicht für alle teurer. Denn flächendeckende Zusatzbeiträge seien nicht zu erwarten, sagte Rösler der "Rhein-Zeitung". "Davon gehe ich nicht aus", sagte der Minister nach einer Online-Meldung der Zeitung. "Derzeit gibt es nur wenige Krankenkassen, die Zusatzbeiträge erheben." Dies werde auch 2012 so bleiben.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ärztemangel: In der Stadt leben, auf dem Land arbeiten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%