Ärztestreik
Montgomery bringt Schlichtung ins Spiel

Die Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern haben am Donnerstag ihren Streik fortgesetzt. Um den seit Wochen schwelenden Tarifkonflikt zu lösen, präsentierte der Chef der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, einen neuen Vorschlag. Doch die Länder-Verhandlungsführer winkten ab.

HB HEIDELBERG. In Baden-Württemberg wollen am Vormittag Ulmer Hochschulmediziner in „Sklavengaleeren in Weiß“ auf der Donau gegen eine „Bach-runter- Politik“ anrudern. Ärzte aus Heidelberg und Freiburg wollen in weißen Kitteln und mit gepackten Koffern zum Frankfurter Flughafen fahren, um sich demonstrativ nach Flügen ins besser bezahlte Ausland umzusehen.

Der Chef der Ärztegewerkschaft Montgomery, hatte am Mittwochabend im WDR die Möglichkeit einer Schlichtung ins Gespräch gebracht. Der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), betonte dagegen, dass er einen Schlichter „auf keinen Fall“ akzeptieren werde.

Das letzte Spitzengespräch war am 11. Mai in Dresden gescheitert. Die Tarifauseinandersetzung dauert mittlerweile länger als zwei Monate. Neben der Forderung nach deutlich besserer Bezahlung der Ärzte kritisieren die Mediziner auch die hohe Zahl unbezahlter Überstunden, 36-Stunden-Dauerdienste und fehlende Kinderbetreuung.

Vor dem nächsten bundesweiten Protesttag der Ärzte am Freitag riefen die Krankenkassen die Mediziner zur Mäßigung auf. Sie wiesen die Forderungen der Klinik- und Praxisärzte zurück und appellierten an die Ärztefunktionäre, die wachsende Verunsicherung der Patienten zu beenden. Auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) kritisierte die ursprünglichen Ärzteforderungen nach 30 Prozent mehr Gehalt, „weil ich nicht weiß, wer das bezahlen soll“.

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