Ärztestreik
Unikliniken bemängeln Einschnitte bei Patientenversorgung

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) will heute über das weitere Vorgehen im verhärteten Tarifkonflikt der Universitätsklinik-Ärzte beraten. Noch in dieser Woche könnte es zu neuen Verhandlungen kommen. Im Südwesten setzten die Kliniken indes die Verlegung von Patienten fort.

HB ULM. Die Hochschulmediziner setzten ihren Arbeitskampf für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Gehalt fort. In Heidelberg und Ulm werden weiter Patienten in andere Kliniken verlegt. Dies führe auf Dauer zu Abstrichen bei der Versorgung, sagte der Direktor der Baden- Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Josef Siebig. Die Krankenhäuser seien nicht darauf ausgerichtet, auch die Patienten der Unikliniken zu versorgen. „Das lässt sich im Moment nur dadurch bewerkstelligen, dass die nichtstreikenden Ärzte und das Pflegepersonal höhere Belastungen auf sich nehmen“, sagte Siebig.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) will heute in Hannover über das weitere Vorgehen im verhärteten Tarifkonflikt der Ärzte beraten. Ein Sprecher des TdL-Verhandlungsführers und niedersächsischen Finanzministers Hartmut Möllring (CDU) schloss nicht aus, dass es noch in dieser Woche zu Gesprächen mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund kommt. Die Vorstände der baden-württembergischen Unikliniken wollen ebenfalls heute in Stuttgart über die Auswirkungen des Streiks auf die Patientenversorgung und die Medizinerausbildung berichten.

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) betonte die Gesprächsbereitschaft der Länder. Grundlage für die Verhandlungen sei aber der Vertrag, TdL mit der Gewerkschaft Verdi und dem Beamtenbund für den öffentlichen Dienst ausgehandelt habe, sagte Althaus am Donnerstag im RBB-Inforadio.

Er verwies auf die dort vereinbarten Öffnungsklauseln, die „eine gute Grundlage“ böten, um über weitergehende Regelungen zu sprechen. Denkbar seien zum Beispiel unterschiedliche Bestimmungen hinsichtlich Arbeitszeit oder Sonderzahlungen. Sein Land werde dem Marburger Bund „kein Sonderangebot“ unterbreiten. Es sei sinnvoll, dass die Länder gemeinsam vorgingen.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund besteht auf einen separaten Tarifvertrag für die 22 000 Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern, was die TdL jedoch ablehnt.

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