Ärztestreit
Honorarverhandlungen erst im Oktober

Aufatmen bei den Patienten in Deutschland. Weil die Ärzte und Krankenkassen ihre Honorarverhandlungen um drei Wochen auf Anfang Oktober verschoben haben, drohen vorerst keine Streiks und Praxisschließungen.
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BerlinÄrzte und Krankenkassen haben die für Samstag angesetzten Schlichtungsverhandlungen im Streit über höhere Ärztehonorare auf Anfang Oktober verschoben. In einer gemeinsamen Erklärung begründeten die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband die Verschiebung auf den 4. Oktober mit dem Bedarf weiterer fachlicher Vorarbeiten, um zu einer Einigung kommen zu können. „Die Gespräche auf Vorstandsebene haben gezeigt, dass beide Seiten an einer Lösung interessiert sind“, erklärten die Verbände am Freitag. Alle Protestmaßnahmen der Ärzte wurden bis zur nächsten Verhandlungsrunde ausgesetzt.

Die für Samstag geplanten Beratungen galten als letzte Möglichkeit, Praxisschließungen und Streikaktionen abzuwenden. Bei einem Scheitern wollten die Chefs der freien Ärzteverbände am Montag die konkreten Maßnahmen festlegen, die noch im September starten sollten. In einer Urabstimmung hatten sich 75 Prozent der teilnehmenden niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für Praxisschließungen ausgesprochen.

Vor zwei Wochen waren die Ärztevertreter im Schlichtungsgremium mit ihrer Forderung nach einer Honorarsteigerung um 3,5 Milliarden Euro für das Jahr 2013 gescheitert. Stattdessen verständigten sich die Kassenvertreter mit den Schlichtern auf ein Plus von 270 Millionen Euro. Die Ärzte begründen ihre weitaus höhere Forderung damit, dass es seit 2008 keinen Ausgleich für gestiegene Preise und die Inflation gegeben habe.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" haben die Krankenkassen ihr Honorarangebot inzwischen auf mindestens 900 Millionen Euro erhöht. Die am Mittwoch informell in einem Spitzengespräch unterbreitete Offerte enthalte 330 Millionen Euro für medizinisch zusätzlich notwendige Behandlungen der Versicherten. Hinzu kämen 200 Millionen Euro für besonders förderungswürdige Leistungen sowie 100 Millionen Euro, die ausschließlich den Psychotherapeuten zugutekommen sollten, berichtete die Zeitung am Freitag vorab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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