Ärztliches Berufsrecht
Mehr Freiheit für die Kassenärzte

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will noch vor der eigentlichen Gesundheitsreform das ärztliche Berufsrecht liberalisieren. Das bislang starre Standesrecht hat sich in der Vergangenheit als Hemmschuh für neue medizinische Versorgungsformen entpuppt.

pt BERLIN. Außerdem will Schmidt mit der Liberalisierung einem drohenden Ärztemangel in den neuen Bundesländern vorbeugen. Union und Ärzte tragen die Reform im Prinzip mit.

Einig sind sich SPD und Union vor allem darin, dass in Zukunft Ärzte mit einer Kassenzulassung für die ambulante Therapie das Recht erhalten sollen, andere zugelassene Ärzte als Angestellte zu beschäftigen. Dies können bislang nur Krankenhäuser und medizinische Versorgungszentren. Wichtiger – vor allem für strukturschwache Regionen – ist es, dass die niedergelassenen Ärzte in Zukunft auch „Zweigstellen“ eröffnen können.

Damit kann z.B. ein Mediziner aus dem tendenziell überversorgten Berlin oder Hamburg eine Praxis in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg übernehmen, die heute leer steht, weil die meisten jungen Ärzte keine Lust haben, ihren Lebensmittelpunkt aufs platte Land zu verlegen. In dieser Nebenpraxis könnte der Arzt dann auch einen Kollegen oder eine Kollegin als Teilzeitkraft beschäftigen. Dies kommt vor allem den Ärztinnen entgegen, die wegen ihrer Kinder nicht eine volle Stelle wollen. Aber auch viele Krankenhausärzte, für die die Gründung einer eigenen Praxis ein zu großes Risiko ist, gewinnen neue Perspektiven, durch die Möglichkeit, sich auch in einer kleinen Arztpraxis anstellen zu lassen.

Etwas zu weit geht der Union Schmidts Plan, Nichtmedizinern die Gründung eines medizinischen Versorgungszentrums zu ermöglichen. Bisher können das nur Ärzte oder Krankenhäuser. Die Ministerin will mit dieser Idee dafür sorgen, dass insgesamt mehr Kapital in neue Formen der Therapie fließt. Sie verfolgt das Ziel, langfristig die fachärztliche Versorgung aus den Einzelpraxen in Zentren und Krankenhäuser zu verlagern.

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