AfD-Abspaltung Alfa
Die unbekannte Partei

Die Partei von Bernd Lucke stemmt sich gegen den Niedergang. Das Hauptproblem ist, kaum jemand kennt die AfD-Abspaltung Alfa. Das soll sich nun ändern – mit einer speziellen Kampagne für den Bundestagswahlkampf 2017.

BerlinDie nach der Spaltung von der AfD gegründete Partei „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) zieht mit einer auf den Spitzenkandidaten Bernd Lucke zugeschnittenen Kampagne in den Bundestagswahlkampf 2017. „Wir planen angesichts unseres unbefriedigenden Bekanntheitsgrades eine intensive PR-Phase für den Spitzenkandidaten mit möglichst hoher Präsenz bei externen Veranstaltungen, Verbänden und Medien“, sagte Lucke dem Handelsblatt. Das könne er nicht neben seinem Mandat als Europaabgeordneter und als Bundesvorsitzender der Partei machen. Daher werde die bisherige Generalsekretärin der Partei, Ulrike Trebesius, für den Alfa-Vorsitz kandidieren.

Luckes einstiger innerparteilicher Gegner bei der AfD, der Europaabgeordnete Marcus Pretzell, reagierte mit Häme auf die geplante Kampagne. "Das größte Problem ist Lucke. Den entsorgt man gerade. Damit wird das zweitgrößte Problem noch größer. #The Brain", schrieb der AfD-Politiker bei Twitter.

Lucke soll an diesem Samstag in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern zum Spitzenkandidaten gewählt und ein neuer Bundesvorstand mit Trebesius an der Spitze bestimmt werden. Es sei sein „ausdrücklicher Wunsch“ gewesen, dass Trebesius den Vorsitz übernehme, betonte Lucke. Da er als Spitzenkandidat nominiert werden soll, gehe es also „eindeutig mit mir weiter in der Partei und zwar in der ersten Reihe“.

Lucke trat zugleich dem Eindruck entgegen, dass seine Partei vor einer Namensänderung stehen könnte, nachdem das Augsburger Landgericht im Mai die Verwendung der Bezeichnung Alfa untersagte. Der Augsburger Verein „Aktion Lebensrecht für Alle“, der sich ebenfalls Alfa abkürzt, hatte gegen die Partei wegen der Verwendung der Bezeichnung geklagt und erstinstanzlich Recht bekomme.

Lucke sagte dazu, dass Urteil sei nicht rechtskräftig, da seine Partei Berufung eingelegt habe. „Es wird wahrscheinlich noch Monate dauern, ehe hier eine Entscheidung fällt“, betonte der scheidende Alfa-Chef. „Das Oberlandesgesetz hatte bereits eine erstinstanzliche Einstweilige Verfügung umgehend aufgehoben, weil es anders als das Landgericht Augsburg ausdrücklich keine Verwechslungsgefahr sah.“

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