AfD-Chef
Lucke empört über Bundespräsident Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck soll die AfD als „populistische Partei“ bezeichnet haben. Parteichef Lucke sieht die Neutralitätspflicht des Bundespräsidenten verletzt und behält sich juristische Schritte gegen Gauck vor.
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BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat den Unmut der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) auf sich gezogen. Gauck habe die AfD als „populistische Partei“ bezeichnet, über deren verpassten Einzug ins Parlament er „sehr dankbar“ sei, berichtete der Kölner „Express“ (Mittwoch). AfD-Chef Bernd Lucke sagte der Zeitung: „Ich halte das für eine Entgleisung und einen Verstoß gegen die Neutralitätspflichten des Bundespräsidenten.“ Es sei nicht hinnehmbar, dass Gauck öffentlich äußere, wen er im Parlament sehen wolle und wen nicht.

Juristische Schritte gegen Gauck ließ Lucke offen. Er wolle zunächst abwarten, „ob der Herr Bundespräsident das Gespräch mit mir sucht“, sagte der Hamburger Wirtschaftsprofessor.

Bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hatte Gauck am vergangenen Freitag nach Angaben des „Express“ gesagt, viele Länder hätten populistische Parteien im Parlament. „Wir nicht! Darüber bin ich sehr dankbar“. Jetzt aber sei der Einzug der AfD in das Europaparlament möglich.

Im Stern-RTL-Wahltrend käme die AfD auf sechs Prozent und würde in den Bundestag einziehen, wenn am Sonntag Wahl wäre. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, das heiße zwar noch nicht, dass die Alternative für Deutschland (AfD) sich langfristig im Parteienspektrum etablieren werde. „Aber möglich wäre es.“

Die FDP hätte laut der Umfrage keine Perspektive auf eine Rückkehr in den Bundestag. Der Wahltrend ergab für die Liberalen zwar ein Plus von einem Punkt gegenüber der Vorwoche, doch mit vier Prozent würden sie weiterhin an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Union käme laut Umfrage auf 44 Prozent (minus 1 Punkt), die SPD verharrt bei 24 Prozent. Linkspartei und Grüne bleiben bei jeweils acht Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Falls Gauck das " so " gesagt hat,sollter Er seinen Hut nehmen.

  • „Die Wahrheit lässt sich nicht auf Dauer unterdrücken“

    Neulich laß ich ...
    „Wahlen werden nicht in der Wahlkabine entschieden, sondern beim Auszählen.“

    Man könnte diesen Satz u.a. auch ergänzen mit der durch Medien teilweise berichteten dubiosen Rolle von Wahlhelfern in Seniorenresidenzen und anderen sozialen Einrichtungen.

    Den größten "Wählerfang" zugunsten der Blockparteien hat m.E. die „Propaganda-, Täuschungs-, Vertuschungs- und Ablenkungsmaschine“ der Systemmedien geschafft.

    IQ-Definitionen basierten i.d.R. auf der Gaußschen Glockenkurve oder Normalverteilung. D.h. 50% einer Population liegen über dem theoretischen Mittelwert von IQ 100 und 50 Prozent darunter. Wenn es auch nicht leicht ist, intelligente Menschen durch gezielte Propaganda in ihrer Wahlentscheidung zu beeinflussen, so trifft dies leider für weniger Begabte nicht immer zu.

    Im Netz kursiert ein Video, welches dieses Thema humoristisch behandelt. Es ist sicher nicht als Beleidigung für einen Teil der Bevölkerung gedacht. Es kann gegebenfalls durch die Nähe zur Technik der „Paradoxen Intervention“ zu mehr kritischem Denken und zu einer höheren Anstrengung im Fortbildungsbereich führen.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=z9pD_UK6vGU

  • @ pom_muc HUMOR!!!

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