AfD-Chef
Lucke freut sich über Pegida-Öffnung der CDU

Reden oder ignorieren? Erste CDU-Spitzenpolitiker sind zu einem Dialog mit der Pegida-Bewegung bereit – das stößt bei AfD-Chef Bernd Lucke auf Zustimmung. Dass die SPD-Spitze mauert, findet er arrogant.
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BerlinDer Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi scharf dafür kritisiert, dass sie einen Dialog mit den Anhängern der Anti-Islam-Bewegung Pegida kategorisch ablehnt. „Früher war die SPD mal die Partei der kleinen Leute. Heute ist sie eine Partei snobistischer Sittenwächter, die den Kontakt zum Volk verloren hat“, sagte Lucke dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Statt zuzuhören macht die SPD-Spitze ziemlich arrogant auf Moralapostel und stempelt die Menschen ruckzuck als Ausländerfeinde ab. Aber wir wissen doch, dass dies keineswegs alles Rechtsradikale oder Ausländerfeinde sind.“

Bei den Pegida-Unterstützern handele es sich „größtenteils“ um Leute, die sich von der Politik nicht mehr ernstgenommen fühlten, sagte Lucke weiter. „Ich denke, man muss sich anhören, welche Probleme die Demonstranten sehen und prüfen, ob die Sorgen, die sie vortragen, berechtigt sind. Dafür sind wir doch Volksvertreter.“

In der Pegida-Frage tritt die SPD allerdings nicht geschlossen auf. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann etwa warnte seine Partei davor, den Dialog mit der islamkritischen Bewegung komplett zu verweigern. „Für Pegida-Anhänger, die offen rassistisch argumentieren, gibt es für mich keine Gesprächsebene. Aber mit den anderen muss man natürlich reden“, sagte Oppermann. „Ich finde es vernünftig, wenn es neutrale Dialogangebote gibt“, betonte er mit Blick auf Gesprächsforen, etwa von der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Fahimi sprach dagegen von einem „falsches Zeichen, dort jetzt hin zu gehen und das zu unterstützen.“

Lucke begrüßte in diesem Zusammenhang, dass das CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn, den Anhängern der Bewegung Gespräche angeboten hat. „Wenn die CDU in dieser Hinsicht nun dem Beispiel der AfD folgt, verstehe ich das als Kompliment“, sagte er.

Spahn hatte zuvor im ZDF erklärt, es müsse irgendwann wieder eine „politische Debatte geben“. Voraussetzung sei aber, dass sich Pegida „viel klarer als bisher“ von Hass, Fremdenfeindlichkeit und plumpen Parolen abgrenze. Sonst sehe er „keine Basis“ für einen Dialog, betonte Spahn.

Kommentare zu " AfD-Chef: Lucke freut sich über Pegida-Öffnung der CDU"

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  • Frauke Müller,
    er gewinnt ihn. Er hat schon fst gewonnen

  • Die Fahimi ist die schlechteste Generalsekretärin, die die SPD isntallieren konnte
    Dass sie Pegida so übel beschmpft ist doch klar, Fahimi ist doch selbst Muslima

  • Wer hier spaltet, sind doch vor allem die POLITIKER, ihre Parteien und deren Medien. Sie hetzen die Bürger gezielt gegeneinander auf. Die einen werden als gefährliche Fremdenhasser und Nazis bezeichnet und die anderen werden aufgefordert, gegen diese bösen Fremdenhasser vorzugehen. „Lasst und gemeinsam gegen Rechts vorgehen!“
    So wird ganz absichtlich die aufkeimende Wut des gerade aufwachenden Michels (Pegida & Co) instrumentalisiert, damit man Bürger gegen Bürger hetzen kann – damit bloß keiner auf die Idee kommt, sich für seine Wut das tatsächlich passende Ventil zu suchen: bei den sogenannten Volksvertretern.

    Teile und herrsche. Es klappt immer wieder.

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