AfD-Chefin unter Beschuss: Forsa-Chef nennt Oettinger-Attacke auf Petry harmlos

AfD-Chefin unter Beschuss
Forsa-Chef nennt Oettinger-Attacke auf Petry harmlos

Attackieren, diskutieren oder ausgrenzen: Wie sollte man mit der AfD umgehen? EU-Kommissar Oettinger wählt die erste Variante. Mit seiner Kritik an Parteichefin Petry liegt er richtig, sagt Forsa-Chef Güllner.

BerlinDie Alternative für Deutschland (AfD) fährt ein Umfragehoch nach dem anderen ein. Im neuen Insa-Meinungstrend legt die Partei bundesweit abermals zu und kommt nun auf 12,5 Prozentpunkte, wie „Bild“ berichtet.

Solche Werte schmecken den etablierten Parteien erwartungsgemäß nicht angesichts der drei Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 13. März. Sie haben aber auch kein Rezept, mit dem es gelingen könnte, der AfD das Wasser abzugraben. Geht es nach dem Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, gibt es in der Frage des Umgangs mit der Petry-Partei nicht viel zu überlegen.

„Im Prinzip ist es richtig, die AfD anzugreifen und auszugrenzen. Diese Partei und ihre Anhänger sind unbelehrbar, mit denen können Sie nicht diskutieren“, sagte Güllner dem Handelsblatt. „Das ist wie mit Oskar Lafontaine, mit dem können sie auch keine vernünftige Diskussion führen, weil er andere Argumente nicht gelten lässt.“

Güllner hält daher auch die von EU-Kommissar Günther Oettinger gewählte Form der Auseinandersetzung für das richtige Mittel der Wahl. Der CDU-Politiker hatte am Montagabend auf einer von Microsoft Deutschland organisierten Podiumsdiskussion in Berlin mit Blick auf AfD-Chefin Frauke Petry und ihre Forderung, notfalls an den Grenzen auf Flüchtlinge schießen zu lassen, gesagt: „Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen.“

Oettinger nahm seine Äußerung am Dienstag nicht zurück. „Die Aussage der Vorsitzenden der AfD, dass man die Grenzen schützen müsse und nötigenfalls auch Waffengewalt anwenden sollte, wenn es um Flüchtlinge geht, halte ich für menschenverachtend und unmöglich“, sagte er am Rande eines Auftritts in Berlin. „Diese Frau ist eine Schande für die deutsche Politik - und das habe ich deutlich gesagt.“

Forsa-Chef Güllner sagte dazu: „Ich habe viel Verständnis für Herrn Oettinger. Es ist doch harmlos, was er gesagt hat im Vergleich zu dem, was so manche AfD-Leute von sich geben. Ich habe kein Mitleid mit Frau Petry, wenn man sie hart attackiert“, so Güllner.

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