AfD-Fraktion Wen kann Petry auf ihre Seite ziehen?

Frauke Petry hatte überraschend angekündigt, sich von ihrer Partei im Bundestag zu distanzieren. AfD-Spitzenkandidat Gauland hofft, dass es neben der Co-Parteichefin keine weiteren Abspaltungen mehr geben wird.
Update: 26.09.2017 - 08:35 Uhr 14 Kommentare

„Ich werde der AfD-Fraktion nicht angehören“

„Ich werde der AfD-Fraktion nicht angehören“

BerlinEinen Tag nach der Absage der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry an eine Beteiligung an der künftigen Bundestagsfraktion wollen die neuen Abgeordneten der Rechtspopulisten zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen. Dabei wird an diesem Dienstag auch eine erste Klärung erwartet, ob es unter den 94 AfD-Parlamentariern weitere gibt, die sich abspalten wollen.

Spitzenkandidat Alexander Gauland sagte am Montagabend in der ARD, er könne nicht abschließend beurteilen, ob sich andere AfD-Abgeordnete Petry anschließen wollten. Aber auch bisherige Unterstützer Petrys im Vorstand hätten ihre Entscheidung nicht verstanden.

Petry hatte ihr Bundestagsmandat als Direktkandidatin in Sachsen gewonnen, war also nicht über die Parteiliste ins Parlament eingezogen. Am Montag kündigte sie an, sich nicht der Bundestagsfraktion anzuschließen, sondern fraktionslos zu bleiben. Zugleich kritisierte sie – offenbar in Anspielung auf rechtsnationale Töne – „abseitige Positionen“ einiger Parteifreunde.

Der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen forderte Petry auf, aus der AfD auszutreten und so einem möglichen Ausschluss zuvorzukommen. „Ich würde Frau Petry empfehlen – nach dem, was sie heute getan hat - die Konsequenz zu ziehen und die Partei zu verlassen und ihr Parteiamt niederzulegen“, sagte Meuthen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Mit diesem Schritt könne sie „ein mögliches Parteiausschlussverfahren verkürzen, wie es manche in der Partei nun fordern“. Gauland hält einen Rauswurf aber für schwierig umsetzbar, wie er deutlich machte: „So schnell wirft man keinen heraus.“

Die AfD hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erreicht und zieht nun erstmals ins Parlament ein. Im Fall Petry sieht der Politikwissenschaftler Herfried Münkler erste Anzeichen von Zerfallserscheinungen. „Die AfD wird es aufgrund ihrer Zerrissenheit nicht schaffen, sich auf Dauer als politische Kraft rechts von der Union zu etablieren“, sagte er der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“.

Für die aus dem EU-Parlament in den Bundestag wechselnde AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch soll nach Informationen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ der Bundesvorstand Dirk Driesang nachrücken.

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14 Kommentare zu "AfD-Fraktion: Wen kann Petry auf ihre Seite ziehen?"

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  • Petry kann sich ja dem Lucke anschließen.

    In seiner Partei Allianz für Abgehängte

  • Vielleicht gelingt es Frau Petry zwei oder drei Abgeordnete auf ihre Seite zu ziehen
    aber nur dann, wenn sie ihren coup gut vorbereitet hat mit Absprachen im Hintergrund.

    Insgesamt wird ihr Verhalten, das von großer Selbstüberschätzung zeugt und mangelnder Fähigkeit in einem Team Politik zu machen, kaum in der AfD , auch bei Anhängern ihrer Linie Beifall finden, wie erste Reaktionen zeigen.

    Petry ist zweifelsohne eine politische Begabung, mit beachtlichen rhetorischen Fähigkeiten, allerdings außerordentlich selbstbezogen und wie es scheint, leicht autistisch.

  • Das Verhalten von Petry ist nicht kommentierbar, da keinerlei realitätsbezogenes Verhalten erkennbar ist.

  • Frau Petry will so schnell wie möglich -mitregieren - ? !
    Woran leidet sie ? Selbstüberschätzung , Wahrnehmungsstörung ? Oder beides ?

  • Wenn die AfD dauerhaft überleben will, dann sollte sie sich auf Oppositionsarbeit konzenrieren und keine Machtspielchen betreiben. Nur wenn sie Alternativen zu den bisherigen Parteien aufzeigt, hat sie ihre Berechtigung. Krakeler braucht keiner. Was dabei rauskommt, wenn man nicht von Wahlkampf auf politische Arbeit umschalten kann, sieht man bei Trump.

  • Merkel kann doch U-Turns! (gab es doch schon öfters...)

    Wie wäre es denn mit folgendem Ansatz: das Recht (was Merkel immer betont hat, also Schengen und Dublin II) wird wieder umgesetzt und die Abschiebungen vorgenommen. Der subsidiäre Schutz wird als solcher umgesetzt, ohne Wohlfühlfinanzierung und illegaler Integration! Dann wird in Sachen Euro-Rettung und Bankenrettung wieder in Richtung Marktwirtschaft gegangen. Draghi wieder auf das Mandat der EZB festgelegt. Statt Banken zu finanzieren wird wieder in Europa investiert...

    Wenn ich das richtig sehe, braucht es ungefähr die Hälfte der AFDler, damit eine schwarz-gelbe Mehrheit funktioniert. So ein Angebot wäre zu gut, als dass man es liegen lassen könnte...

  • Die Petry ist gekauft!

  • Genauso lief das wie bei den linken Parteien (Grüne, Linke). Gegen as, was die Grünen in den 1980er JAhren veranstaltet haben, sind die Querelen der AfD richtig harmlos.

    Ja das stimmt ich vergleiche die Bewegung auch mit der damaligen.

    Der Unterschied zu jetzt ist aber, dass es dem Staat viel schlechter geht. Dadurch kann das Establishment die Bewegung nicht eindampfen! Die Digitalisierung (radikaler jobabbau) wird noch weiter befeuern. Ich halte eine Revolution für wahrscheinlich.

  • @Holger Narrog 26.09.2017, 08:50 Uhr

    "Diese Spaltungen hat es bei allen "rechten" Parteien in Deutschland gegeben."

    "Das System und die Qualitätsmedien spielen gerne "guter" Rechter und "böser" Rechter."

    Genauso lief das wie bei den linken Parteien (Grüne, Linke). Gegen as, was die Grünen in den 1980er JAhren veranstaltet haben, sind die Querelen der AfD richtig harmlos.



  • Was die Politiker und vor allem die Journalisten bis jetzt nicht gelernt haben.
    Die AfD muss nichts liefern und auch nichts lösen. Es ist auch egal, ob sie sich zerlegt oder nicht.
    Dass die AfD gewählt wurde, war eine Abstrafung der bisherigen Politik der etablierten Parteien, die in den großen Entscheidungen (Flüchtlinge, Euro-Rettung etc.) kaum Unterschiede erkennen lassen.
    Und ich behaupte, viele haben die AfD diesesmal noch nicht gewählt, die aber nahe dran waren.

    Die Regierung hat nun 4 Jahre Zeit, ein besseres politisches Angebot an die Bürger abzugeben. Sollten keine besseren Lösungen rauskommen, wird die AfD in 4 Jahren zweitstärkste Kraft.
    Hier sollten die Politiker darauf verzichten, die Legislaturperiode auf 5 Jahre zu erhöhen, das könnte ein Schuss nach hinten sein. 4 Jahre sind ok, ausserdem sollte das das Volk entscheiden, ob es alle 4 oder 5 Jahre wählen will.

    Aber ich denke mal, Merkel kennt ja nur ein weiter so, die SPD, Grünen machen auch so weiter wie bisher, die FDP ist eh eine Partei, die nur für die oberen Einkommen und Unternhemer geeignet ist und die Linke hat ein paar gute Themen, aber ist zu weit links.
    Ich wage zu behaupten, es ändert sich nichts und alle hoffen, dass sie es in 4 Jahren ausgesessen haben werden. Irrtum. Die Zeit der "Nazi-Keule" ist überschritten und zu abgenutzt.
    Die alten Parteien haben den Boden verbrannt (Stichwort PAck, Dunkeldeutschland, Tölpel, Abgehängte etc.) und da wächst nichts mehr so schnell, wenn man nichts tut.
    Erst gestern wieder in einer Talkschow einen Journalisten gesehen, arroganter geht's nicht. Der bezeichnet indirekt jeden AfD-Wähler als Tölpel bezeichnet, denn in einer Demokratie darf auch jeder Tölpel wählen. Wenn das nicht diskriminierend ist, ich weiß nicht.
    Die gleichen Fehler, wie sie es auch nach den Landtagswahlen gemacht haben.
    Und dann werden sie wieder überrascht sein. Lernresistent, abgehoben und arrogant, das ist der Anfang des Niedergangs.

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