AfD in Bottrop „Infoveranstaltung“ wird zum Scherbengericht

Im NRW-Landesverband der AfD brodelt es: Der Streit um die Steueraffäre des Sprechers Marcus Pretzell offenbart die tiefen Gräben zwischen den beiden Parteiflügeln. Dabei geht es nur vordergründig um Formalien.
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Marcus Pretzell (rechts) soll mehrere Monate lang Steuerschulden nicht beglichen haben. Quelle: dpa
Bernd Lucke (l) und Marcus Pretzell

Marcus Pretzell (rechts) soll mehrere Monate lang Steuerschulden nicht beglichen haben.

(Foto: dpa)

Bottrop„Es wird keine Zusammenarbeit mehr geben“: Mit diesen harschen Worten beendet Marcus Pretzell, Sprecher des NRW-Landesverbands der Alternative für Deutschland, ein fast zweistündiges Scherbengericht, das ursprünglich mal als Landesparteitag angedacht war. Dann geht er in die Pause. „Zwanzig Minuten zum Abkühlen“, sagt der Moderator.

Es ist das vorläufige Ende einer skurrilen Spurensuche im Bottroper Saalbau, an deren Anfang zur Abwechslung mal kein typischer Richtungsstreit steht – sondern „meine privaten finanziellen Umstände“, wie Pretzell gleich zu Beginn seiner Verteidigungsrede zugibt. Allein, zwei verfeindete Lager gibt es am Ende trotzdem.

Der größte Vorwurf: Pretzell soll mehrere Monate lang Steuerschulden nicht beglichen haben. Als das Finanzamt daraufhin bei der Landes-AfD nach pfändbaren Einkünften von Pretzell anfragte, reagierte die Partei nicht, und die Behörde verhängte ein Zwangsgeld.

Als dieses ebenfalls nicht bezahlt wurde, ließ das Finanzamt den betreffenden Betrag auf dem Parteikonto einfrieren – nach Angaben Pretzells insgesamt 1023,50 Euro. Inzwischen hat er die Schuld beglichen.

Doch seinen baldigen Rücktritt verkündet an diesem Samstag nicht der Beschuldigte, sondern dessen Hauptankläger: Hermann Behrendt, Pretzells Stellvertreter und gewissermaßen die Speerspitze des Anti-Pretzell-Lagers im AfD-Landesvorstand.

Misstrauen bestimmt Diskussion
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1 Kommentar zu "AfD in Bottrop: „Infoveranstaltung“ wird zum Scherbengericht"

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  • Mit Pretzell wird die AfD-NRW nächstes Jahr nicht in den Landtagswahlkampf gehen können. Im Augenblick befehden sich tatsächlich zwei Lager in der AfD. Jetzt zieht Frau Casale aus dem Bundesvorstand. Angeblich wegen der Unstimmigkeiten im Bundesvorstand. Wenn das wirklich stimmt? Sie war doch auf der Europa-Payroll von Pretzell. Dabei braucht der jeden Cent für sich.
    Schade um die bis vor einem Jahr viel versprechende Partei. Da ist einigen der Erfolg der Ost-Landesverbände in den Kopf gestiegen. Da war die PEGIDA-Stimmung eingepreist! Ich bin gespannt, ob Lucke den Turnaround schafft?

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